Ordnung Ricciales

Diese Ordnung, die auch manchmal in die Marchantiales eingeschlossen wird, besteht aus thallösen Lebermoosen mit einem mehr oder weniger hochdifferenzierten Thallus. Allerdings ist der Thallus einfacher gebaut als bei den Marchantiales, was ev. als Reduktionserscheinung gedeutet werden kann.

Der Thallus der Ricciales besitzt wie der der Marchantiales Atemhöhlen, die durch Poren mit der Außenwelt verbunden sind. Diese Poren, die auf der Oberseite des Thallus liegen, sind allerdings relativ einfach gebaut. Sie sind beispielsweise nicht wie bei den Marchantiales vulkanförmig emporgehoben.

Das Thallusgewebe ist in ein lockeres, chlorophyllreiches Assimilationsgewebe in der oberen Hälfte und ein Speichergewebe in der unteren Hälfte differenziert. Auf der Unterseite der Thalli befinden sich Rhizoide und sog. Bauchschuppen.

Die Antheridien und Archegonien liegen meist einzeln in die Thallusoberseite eingesenkt. Die Kapsel wird weder durch eine Seta noch durch ein Pseudopodium emporgehoben, sondern bleibt ebenfalls in den Thallus eingesenkt und von der Archegonienwand umhüllt.

Den Kapseln fehlt eine Öffnung, so daß die Sporen erst ins Freie gelangen, wenn die Kapselwand zerstört wird.

Fast alle Vertreter dieser Ordnung sind an ein amphibisches Leben im, auf oder zumindest in der Nähe des Wassers angepaßt.

In Europa sind die Ricciales mit den Familien Ricciaceae und Oxymitriaceae vertreten, wobei die letztere hier nur eine Art umfaßt.

Ricciaceae

Diese Familie mit den Charakteristika der Ordnung ist in Europa mit der monotypischen Gattung Ricciocarpus und mit der großen namensgebenden Gattung Riccia vertreten.

by Michael Becker, 3/2001. Letzte Änderung: 3/2001.