Ordnungen Polytrichales/Dawsoniales

Diese beiden Ordnungen bilden zusammen die Unterklasse Polytrichidae. Von allen Moosen findet man bei ihnen die höchste Ausdifferenzierung von verschiedenen Geweben: In den Stämmchen verläuft ein gut ausgebildeter Zentralstrang, der an Vorläufer der Farne erinnert. Dieses Leitungsgewebe besteht bereits aus vielen verschiedenen Zellen wie Siebzellen, Sklereiden usw.. Aufgrund der Ähnlichkeit mit den Farnvorläufern gelten diese beiden Ordnungen als relativ ursprünglich und wenig abgeleitet.

Die Blätter sind meist schmal, bestehen aus mehr als einer Zellschicht. Und an der Oberfläche existieren Lamellen, die der Assimilation, aber auch der Wasserleitung dienen.

Rhizoide sind häufig zu Bündeln, den Rhizoidsträngen zusammengefaßt. Das Peristom besteht aus einer Reihe von 32 oder 64 verdickten Zellen.

Den Großteil der Arten der Ordnung Polytrichales findet man in den gemäßigten und kühlen Gebieten, bis hinein in die Polargebiete. Die Ordnung Dawsoniales dagegen ist ausschließlich auf der Südhalbkugel verbreitet (Australien, Neuguinea).

Bei den Moosen beider Ordnungen handelt es sich meist um recht ansehnliche Erdmoose, deren aufrechte Stämmchen lockere Polster bilden. Zu diesen Gruppen gehören sowohl die größten Moose der Welt (Gattung Dawsonia mit Höhen von bis zu einem halben Meter), als auch die größten Moose Mitteleuropas (Polytrichum commune mit Höhen von bis zu 30cm). Polytrichum formosum ist eines der häufigsten Moose unserer Wälder.

Einige Polytrichum-Arten werden hier auch beschrieben, außerdem das häufige Waldmoos Atrichum undulatum.

by Michael Becker, 6/2000. Letzte Änderung: 10/2000.