Ordnung Orthotrichales

In dieser Gruppe befinden sich aufrechte oder niederliegend und aufsteigende, aber fast immer mehr oder weniger unverzweigte Moose. Viele Arten leben epiphytisch.

Innerhalb dieser Ordnung stehen die Sporophyten häufig am Ende sehr kurzer Seitenästchen. Manchmal sind diese sogar so weit reduziert, daß man von einer Seitenfrüchtigkeit sprechen kann. Auch hier liegt also ein Übergang von der Akrokarpie zur Pleurokarpie vor.

Familien sind die namensgebenden Orthotrichaceae und die Hedwigiaceae. Manchmal werden auch die Ptychomitriaceae hierzu gestellt, welche sich auf diesen Seiten allerdings bei den Bryales befinden.

Orthotrichaceae

Diese artenreiche Familie kommt sowohl in den Tropen wie in den gemäßigten Breiten vor. Häufig wachsen die Moose auf Rinde, manchmal auch auf Felsen. Bei den meisten Arten der gemäßigten Breiten ist der kriechende Teil des Stämmchen sehr kurz oder fehlt ganz, so daß kurze Polster entstehen. Viele Arten reagieren extrem empfindlich auf Luftverschmutzung und sind in weiten Teilen Europas ausgestorben oder sehr selten geworden. Die tropischen Arten haben oft einen längeren niederliegenden Teil. In feuchtwarmen Gebieten stellt diese Familie das Gros der epiphytischen Moose.

Charakteristisch für diese Familie ist auch eine gut ausgebildete und häufig behaarte Kalyptra, die die Kapsel bis zu ihrer Reife vollständig umhüllt.

Hierzu gehört natürlich die namensgebende Gattung Orthotrichum, auf dieser Seite vertreten durch die Arten Orthotrichum affine, anomalum und diaphanum.

Hedwigiaceae

Der Großteil dieser Familie lebt auf der Südhemisphäre. Die Moose bewohnen die unterschiedlichsten Habitate, meist sitzen sie aber auf Fels oder Erde. Sie haben häufig lang kriechende Stämmchen, die am Ende aufsteigen.

Ein Peristom fehlt in dieser Familie völlig.

Die einzige in Deutschland heimische Art ist Hedwigia ciliata.

by Michael Becker, 6/2000. Letzte Änderung: 4/2002.