Ordnung Metzgeriales

Diese Ordnung umfaßt thallöse Lebermoose, die meist niederliegend, nur selten aufsteigend, wachsen. Die Thalli der Moose dieser Ordnung sind deutlich weniger differenziert als die Thalli der Marchantiales. Häufig sind sie durchscheinend und bestehen aus nur einer Zellschicht.

Man vermutet, daß diese Ordnung die ursprünglichste Lebermoos-Ordnung ist. Jedenfalls erinnern die ältesten fossilen Lebermoose morphologisch an die heutigen Metzgeriales.

Die Moose dieser Ordnung sind auf der ganzen Welt verbreitet. Die größte Artenfülle findet man in den Tropen.

Einige Familien sind beispielsweise die Metzgeriaceae, Aneuraceae, Blasiaceae, Pallaviciniaceae, Pelliaceae, Phyllothalliaceae und Codoniaceae.

Metzgeriaceae

typische Metzgeriaceae

Eine typischer Vertreter der Familie ist die Gattung Metzgeria selber.

Die Pflanzen der namensgebende Familie haben einen schmalen, bandförmigen Thallus, der sich gabelig (dichotom) verzweigt. In der Mitte befindet sich eine schmale, aber deutliche und scharf begrenzte Rippe. Auf deren Unterseite befinden sich u.U dann auch die Geschlechtsorgane.

Häufig sind insbesondere die Unterseite der Rippe und die Thallusränder mit einzelligen Wimpern besetzt. Die Art dieser Behaarung ist oft ein wichtiges Artmerkmal. Ansonsten sind die Arten dieser Familie morphologische häufig sehr ähnlich.

Die Familie besteht aus rund 200 Arten, die auf der ganzen Welt verbreitet sind - insbesondere in den Tropen und auf der Südhemisphäre. Lediglich die Gattung Metzgeria (einschließlich Apometzgeria) ist mit 6 Arten in Europa vertreten.

Pelliaceae

Die Pflanzen dieser Familie haben meist große, fleischige und fleischig glänzende Thalli. Es gibt eine breite Mittelrippe, die allerdings nur sehr unscharf begrenzt ist und stufenlos in die Thallusfläche übergeht. Die Zellen des Thallus sind häufig so groß, daß man sie sogar mit der Lupe ohne Probleme erkennen kann.

Die Geschlechtsorgane befinden sich auf der Thallusoberseite. Die Archegonien bilden sich am Ende der Thalluslappen und sind von kleinen Schuppen oder Röhren umgeben. Die Antheridien sitzen in kleinen warzenförmigen Erhebungen auf der Thallusfläche. Die rundliche Kapsel wird schließlich auf einer langen Seta emporgehoben. Steril sind sich die Arten oft sehr ähnlich. Erschwerend kommt hinzu, daß einige Arten an sehr nassen Standorten Wasserformen ausbilden können.

Über die Verbreitung und Größe der Familie habe ich kein Angaben gefunden. In Europa ist sie lediglich mit drei Arten der Gattung Pellia selber vertreten. Hierunter die häufigste ist Pellia epiphylla.

by Michael Becker, 1/2001. Letzte Änderung: 4/2001.