Sphagnum

Familie: Sphagnaceae, Ordnung: Sphagnales. Für eine Beschreibung s. die Seite über Laubmoose allgemein.

Die ca. 300 Arten umfassende Gattung Sphagnum (Torfmoose) ist die einzige in der Unterklasse Sphagnidae der Klasse der Laubmoose. Manchmal werden sie sogar in eine eigene Klasse Sphagnopsida gestellt. Einiges zu den typischen Merkmalen und zur Verbreitung habe ich deshalb schon auf der Seite über Laubmoose geschrieben. Hier werde ich jetzt eher auf Merkmale eingehen, die für die Taxonomie innerhalb der Gattung von Belang sind.

Blattzellnetz von Sphagnum palustre

Blattzellnetz von Sphagnum palustre.

Wie schon erwähnt bestehen die Blätter aus zwei Arten von Zellen: Den normalerweise mit Wasser gefüllten, chlorophylllosen Hyalocyten, und dazwischen den schmalen, grünen Chlorocyten. Auf dem Bild rechts kann man erkennen, wie diese angeordnet sind: Die Chlorocyten sind dort als schmale, grünliche Streifen zwischen den großlumigen, wasserhellen Hyalocyten zu erkennen. Ein wichtiges Merkmal ist die genaue Lage der Chlorocyten: Bei einige Arten sind sie ganz in die Hyalocyten eingeschlossen, bei anderen liegt die Oberseite der Chlorocyten frei, bei wieder anderen die Unterseite.

Die Astblättchen der Torfmoose sind rippenlos und eiförmig bis lanzettlich. Die Blätter an den Stämmchen sind von den Astblättchen meist deutlich verschieden, meist breiter und oben stumpf oder ausgefranst. Die Ausbildung der Ast- und Stämmchenblätter ist für die Bestimmung von Torfmoosen von Belang.

Auch die Stämmchen der Torfmoose haben ein Hülle aus chlorophylllosen Zellen - die sog. Hyalodermis. Bei einigen Arten sind die Zellen der Hyalodermis spiralig von Fasern durchzogen, was unter dem Mikroskop sehr eigentümlich aussieht.

Bei der Bestimmung von Sphagnum-Arten ist außerdem zu beachten, daß diese Pflanzen auch unter Wasser wachsen können und dort Wasserformen ausbilden.

Sektion Cymbifolia

Sphagnum palustre

Sphagnum palustre.

Die Moose dieser Sektion zeichnen sich durch relativ kurze -maximal doppelt so lange wie breite- Astblätter aus. Die Zellen ihrer Hyalodermis haben Spiralfasern.

Sphagnum palustre L.

Diese ist eine der häufigsten und auffälligsten Arten: Sie kommt an nassen Stellen Wäldern vor, genauso wie in Waldsümpfen, Bruchwäldern und Mooren.

Sie ist fast immer bräunlich oder gelblich. Ansonsten kann sie recht verschieden aussehen.

Sektion Cuspidata

Sphagnum fallax

Sphagnum fallax.

Hierher gehören Moose mit schmal lanzettlichen Astblättchen, die in trockenem Zustand meist ein wenig querwellig sind. Die Chlorocyten der Astblätter sind im Querschnitt dreieckig und liegen auf der Unterseite der Blättchen frei.

Sphagnum fallax Klinggr.

Hierbei handelt es sich um eine häufige und formenreiche Art. Sie wächst gerne in Waldsümpfen und Brüchen. Auch das Bild habe ich an einem solchen Standort gemacht. Sie kommt aber auch in Hoch- und Zwischenmooren vor. An solchen eher offenen Standorten kann sie gelblich braun sein, ansonsten ist sie reingrün.

Innerhalb der Sektion zeichnet sich die Pflanze vor allem durch ihre scharf zugespitzten Stämmchenblätter aus.

by Michael Becker, 11/2000. Letzte Änderung: 3/2001.