Schistostega pennata (Hedw.) Web.&Mohr

Familie: Schistostegacae, Ordnung: Schistostegales

Hierbei handelt es sich um eine Art, die aufgrund einer Besonderheit sogar einen deutschen Namen bekommen hat: "Leuchtmoos". Und zwar wächst das Moos meist an sehr dunklen Standorten in Höhlen oder waagerechten Felsspalten, in die kein Regen fällt. Das Protonema der Art ist dauerhaft und bildet auf kleinen Stielen Flächen von linsenartigen, chlorophyllhaltigen Zellen. Fällt nun Licht auf ein solches Protonema, so wirkt die Vakuole in einer solchen linsenförmigen Zelle als Sammellinse und fokussiert das Licht auf die darunter liegenden Chloroplasten. Ein Teil der Lichtstrahlen wird reflektiert und erscheint dann als gold- oder gelbgrünes Leuchten.

An nicht allzu dunklen Standorten bildet das Protonema die 0,5-1,5cm hohen Gemetophyten. Diese sind unten kahl, und weiter oben zweizeilig und flach beblättert, und die Blätter sind am Grunde miteinander verwachsen. Sie haben keine Rippe und ihre Zellen sind länglich rhombisch. Jedes Protonema kann sowohl weibliche wie männliche Gametophyten bilden. Die letzteren sind klein und fünfzeilig mit schmaleren Blättern beblättert. Die ersteren sind zunächst wie die sterilen, an der Spitze dann aber ebenfalls fünfzeilig und schmäler.

Die Kapsel ist lang gestielt (bis 3cm) und rundlich eiförmig. Ein Peristom fehlt.

Die Art kommt in allen Gebieten gemäßigter und kühler Klimata der Nordhemisphäre vor, ist allerdings nirgendwo häufig und fehlt immer wieder in großen Teilen. In Deutschland ist sie in einigen Mittelgebirgen noch häufiger. Da sie an Standorten wächst, auf die kein Regen fällt, ist sie auf Grund- und Luftfeuchtigkeit angewiesen. Sie bevorzugt kalkfreie Standorten, insbesondere Schiefer. An geeigneten Standorten kann sie dichte und artreine Vorkommen bilden.

by Michael Becker, 2/2002. Letzte Änderung: 2/2002.