Rhytidiadelphus

Familie: Hylocomiaceae, Ordnung: Hypnales

Innerhalb der Familie ist diese Gattung gut an den sparrig abstehenden oder sogar nach unten zurückgekrümmten Blättern zu erkennen. Weltweit gibt es sechs Arten. Drei davon kommen in Europa und auch in Deutschland vor. Sie sind sogar nicht einmal besonders selten.

Alle Arten haben die für die Familie typischen Blätter mit fehlender Rippe oder kurzer Doppelrippe, langestrecktem Blattzellnetz, und fehlender Differenzierung der Blattflügelzellen.

Rhytidiadelphus squarrosus (Hedw.)Warnst.

Rhytidiadelphus squarrosus

Rhytidiadelphus squarrosus irgendwo in der Nähe von Bad Kreuznach aufgenommen.

Innerhalb der Gattung zeichnet sich diese Art durch Blättchen aus, die die Stämmchen am Grunde umfassen. Ansonsten sind die Blätter in der Mitte plötzlich nach unten umgeknickt, wodurch ein sehr charakteristisches Äußeres entsteht. Aus diesem Grund sehen auch die Stämmchen von oben deutlich sternförmig beblättert aus. (Tut mir leid, man kann es irgendwie nicht besser beschreiben.) Ansonsten sind die Blättchen gesägt und in eine lange Spitze ausgezogen.

Diese Art kommt recht häufig vor. Sie wächst oft in ausgedehnten Beständen in Rasen oder Wiesen. Und zwar sowohl in Wäldern wie auch in Gärten oder Parkanlagen, wo es mit Brachythecium rutabulum um den Platz des häufigsten Mooses in Rasen wetteifert. Die Stämmchen werden meist ca. 7cm hoch, können aber bis 15cm lang werden.

Als kleine Kuriosität erwähne ich noch, daß der (aus dem lateinischen übersetzte) deutsche Name dieser Art "Verdrehter Runzelbruder" wäre.

Rhytidiadelphus triquetus (Hedw.)Warnst.

Rhytidiadelphus triquetus

Rhytidiadelphus triquetus an einer Wegböschung in einem Mischwald südlich der Ahr gemacht. Links oben sieht man als Größenvergleich ein Eckchen vom Objektiv-Deckel. Es sind allerdings nur die Stämmchen-Spitzen des Mooses zu sehen. Die Gesamthöhe des Moosrasens war auch hier ca. 15cm.

Diese Art zeichnet sich schon durch die schiere Größe aus. Die Stämmchen werden gewöhnlicherweise 10-15cm hoch, oft auch bis 20cm. Die Pflanze bildet kräftige, gelb- oder goldgrüne Rasen. Sie kommt fast ausschließlich in Wäldern vor, vor allem in den Gebirgen.

Die Blättchen stehen zwar sparrig ab, sind aber gerade und nicht nach unten zurückgebogen. An der Spitze der Stämmchen sind sie oft schopfig gehäuft. Von der Form her sind sie dreieckig bis breit herzförmig. Die doppelte Rippe reicht hier bis fast zur Blattmitte. Der Rand ist fast bis nach unten gesägt.

Rhytidiadelphus loreus (Hedw.) Warnst.

Rhytidiadelphus loreus

Rhytidiadelphus loreus vom Rand eines Waldweges in den Wäldern an der Ahr. Als Größenvergleich sieht man ein Ein-Pfennig-Stück.

Auch die Pflanzen dieser Art werden recht groß, oft bis 15cm, im allgemeinen aber kleiner und schmaler als R.triquetus. Von der Farbe her sind sie dunkler olivgrün. Auch diese Art kommt fast nur in Wäldern der Gebirge und Mittelgebirge vor. Im Flachland ist sie eher selten. Sie wächst auf Humus, aber auch auf Steinblöcken oder morschem Holz. Sie meidet kalkhaltige Gebiete. Die Pflanzen sind häufig relativ regelmäßig gefiedert.

Die Blätter stehen wie bei den anderen Arten sparrig vom Stengel ab. An den Stämmchenenden sind sie häufig etwas einseitswendig. Verglichen mit den Blättern der anderen Arten sind sie lang und schmal zugespitzt. Am Grunde haben sie starke Längsfalten. Der Blattrand ist nur schwach gezähnelt.

by Michael Becker, 7/2000. Letzte Änderung: 9/2000.