Rhynchostegium murale (Hedw.) BSG

Rhynchostegium murale

Rhynchostegium murale auf einer Mauer in Schwarzrheindorf bei Bonn. Das feine hellgrüne Moos links im Bild ist eine andere Art (vermutlich Amblystegium serpens). Der gezeigte Bildausschnitt hat eine Breite von vielleicht 3cm.

Familie: Brachytheciaceae, Ordnung: Hypnales

Bei den Moosen dieser Gattung handelt es sich um Arten, die in sterilem Zustand kaum miteinander geteilte Merkmale besitzen und habituell und von ihren Standortvorlieben sehr unterschiedlich sein können. Fertil sind sie durch den lang geschnäbelten Kapseldeckel gekennzeichnet. Von den Gattungen Eurhynchium und Rhynchostegiella mit ähnlich lang geschnäbeltem Deckel unterscheiden sich die Moose dieser Gattung durch die meist eiförmigen, etwas breiteren Blätter und die nicht als Dorn austretende Blattrippe.

Die Gattung umfaßt knapp 200 Arten, die hauptsächlich auf der Nordhemisphäre vorkommen. In Europa kommen davon gerade mal 6 Arten vor.

Die Blätter von Rhynchostegium murale sind breit oval mit einem breiten Blattgrund. Sie sind nur kurz bespitzt, oft geradezu mit einem aufgesetzten Spitzchen. Der Blattrand ist ganzrandig oder in der vorderen Blatthälfte fein gezähnt. Die Blattrippe reicht bis in die vordere Hälfte des Blattes.

Die Blätter sind sehr hohl und liegen dachziegelartig übereinander, wodurch die Stämmchen wurmförmig geschwollen beblättert sind.

Die Pflanzen bilden hellgrüne, deutlich glänzende Rasen vor allem an schattigen Mauern. Die Pflanzen sind nicht sehr groß, sondern die Stämmchen sind nur vielleicht 1-3cm lang.

Die Art kommt in Europa, in Nordamerika und in Vorderasien vor. Sie wächst vor allem auf Mauern, in Kalkgebieten auch auf Felsen, sehr selten auf Rinde.

by Michael Becker, 4/2001. Letzte Änderung: 4/2001.