Racomitrium spec.

Blattzellnetz von Racomitrium aquaticum

Blattzellnetz von Racomitrium aquaticum. Deutlich zu sehen sind die knotig verdickten Zellwände.

Familie: Grimmiaceae; Ordnung: Grimmiales

Unter dem Mikroskop sind Vertreter dieser Gattung sofort daran zu erkennen, daß die Zellwände knotig verdickt sind, wie es auf dem Bild zu erkennen ist.

Es handelt sich um meist recht kräftige Arten, die auf bis auf wenige Ausnahmen kalkfreiem Gestein wachsen. Sie sind niederliegend bis aufsteigend, oder auch aufrecht und bilden lockere Polster. An den kräftigen Hauptstämmchen befinden sich seitliche Kurztriebe. Die Blätter sind meist lanzettlich, manchmal zungenförmig. Häufig enden sie in einem Glashaar.

Die Gattung besteht aus insgesamt rund 80 Arten. In Europa kommen -je nach Auffassung- ungefähr 10 Arten vor.

Das Bild zeigt das Blattzellnetz der Art Racomitrium aquaticum (P.Beauv.)Brid. Diese Art wächst an feuchten Felsen. Ihre Blätter sind lanzettlich. Die Spitze ist ganz vorne abgerundet und leicht und unregelmäßig gekerbt. Die Art kommt auf beiden Erdhalbkugeln in den kälteren Gegenden vor. Bei uns kann man sie hauptsächlich in den Gebirgen finden.

Racomitrium aciculare (Hedw.) Brid.

Diese Racomitrium-Art kann man immer recht einfach erkennen: Ihre Blätter haben keine Glasspitze, sondern sind vorne breit abgerundet und mit ein paar Zähnen unregelmäßig bestückt. Die Zellen im vorderen Teil des Blattes sind rundlich oder kurz rechteckig, aber jedenfalls nicht lang. Die Blattrippe reicht bis gegen die Blattspitze.

Die Art bildet dunkelgrüne oder schwärzliche Polster an kalkfreiem Stein (vorzugsweise Urgestein) in oder in der Nähe von Bächen. Die Art kommt in ganz Europa, in Nordamerika und in Vorderasien vor. In Deutschland ist sie vor allem in den Mittelgebirgen nicht allzu selten.

Blatt von Racomitrium aciculare

Blatt von einem Racomitrium aciculare aus der Thorsmørk (Island).

Racomitrium fasciculare (Hedw.) Brid.

Auch diese Art ist an der Form ihrer Blätter zu erkennen: Sie sind lang und schmal zugespitzt. Eine Glasspitze fehlt. Und die Zellen sind im vorderen Teil des Blattes viel länger als breit.

Die seitlichen Kurztriebe, die wie oben erwähnt alle Racomitrium-Arten bilden, finden sich bei dieser Art häufig besonders zahlreich.

Diese Art kommt zerstreut in den ganzen gemäßigten und kühleren Gebieten der Nordhemisphäre vor. Sie wächst wie üblich auf kalkfreiem Gestein, wo die gelbgrüne oder braungrüne Polster bildet. In Deutschland kommt sie vor allem in den Mittelgebirgen und in den Alpen vor. Häufig ist sie aber hier nirgendwo.

Blatt von Racomitrium fasciculare

Blatt von Racomitrium fasciculara aus der Thorsmørk (Island).

by Michael Becker, 8/2000. Letzte Änderung: 5/2002.