Plagiochila asplenioides

Plagiochila asplenioides von der Böschung eines Waldweges in der Nähe der Ahr.

Plagiochila

Familie: Plagiochilaceae, Ordnung: Jungermanniales

Die Gattung Plagiochila ist mit ungefähr 1200 Mitgliedern die artenreichste, und auch eine der schwierigsten Lebermoosgattungen. Sie ist vor allem in tropischen und ozeanischen Klimaten verbreitet, trockene oder kontinentale Klimate dagegen meidet sie. Auch die 11 europäischen Arten sind atlantisch verbreitet. Ausnahmen bilden nur Plagiochila porelloides, welches auf der gesamten Nordhalbkugel vorkommt, und Plagiochila asplenioides.

Die tropischen Arten der Gattung weisen eine schier unglaubliche Mannigfaltigkeit auf. Es gibt winzige, fadenförmige Arten genau wie welche, die riesige Schleppen an Bäumen bilden. Es gibt Arten, die verzweigte, prachtvolle Wedel bilden, ebenso wie Arten, bei denen die Blätter zurückgebildet wurden (Sektion Caducilobae).

Genauso verschiedengestaltig wie ihre Morphologie ist ihre Ökologie. Es gibt unter ihnen viele Rindenepiphyten.

Die Unterblätter fehlen bei dieser Gattung, oder sie sind nur als kleine Zellfäden oder Spitzchen undeutlich ausgebildet.

Plagiochila asplenioides (L.) Dum.

Blatt von Plagiochila asplenioides

Vorderer Teil eines Blattes einer Plagiochila asplenioides-Pflanze von einer Wegböschung in einem Wald an der Ahr. In diesem Fall ist der Blattrand deutlich gezähnt.

Ein recht auffälliger europäischer Vertreter der Gattung ist die Art Plagiochila asplenioides. Die niederliegenden bis aufsteigenden Stämmchen werden meist um die 10cm lang. Samt ihren Blättern sind sie ca. 8mm breit.

Die Art ist in der ganzen gemäßigten Zone Europas und in der Türkei verbreitet. Sie bildet kräftige Rasen meist an nährstoffreichen und/oder kalkreichen Standorten, im Flachland ebenso wie in den Bergen.

Die Blätter dieser Art sind oval oder umgekehrt eiförmig. Der Rand ist klein und unregelmäßig gezähnt bis fast ganzrandig. (Das kann von Pflanze zu Pflanze sehr unterschiedlich sein.)

Plagiochila porelloides (Torrey ex Nees) Lindenb.

Diese Art hat dieselben Merkmale wie Plagiochila asplenioides, ist aber insgesamt deutlich kleiner: Die Pflanzen werden rund 2-5cm lang, und auch die Zellen der Flankenblätter sind kleiner. Früher wurde diese Art auch zu jener hinzugerechnet (Plagiochila asplenioides var. minor Lindenb.).

Plagiochila porelloides ist auf der gesamten Nordhemissphäre bis in den hohen Norden verbreitet. Wie Plagiochila asplenioides wächst sie auf allen möglichen Substraten, besonders gerne auf kalkhaltigem Waldboden.

by Michael Becker, 11/2000. Letzte Änderung: 4/2002.