Orthothecium

Familie: Hypnaceae, Ordnung: Hypnales

Die Orthothecium-Arten sehen auf den ersten Blick gar nicht so aus, als gehörten sie zu dieser Familie, aufgrund von Peristommerkmalen werden sie aber inzwischen meist zu den Hypnaceae gestellt. Tatsächlich hat man ihnen eine eigene Unterfamilie (Orthotheciuideae) gegeben.

Es handelt sich um Moose verschiedener Größen, die auf kalkhaltigen Felsen wachsen. Sie sind oft sehr wenig verzweigt. Die Stämmchen sind dicht beblättert und die Blätter sind höchstens ganz schwach einseitswendig, meist jedoch überhaupt nicht, sondern stehen dicht an allen Seiten der Stämmchen aufrecht ab. Die Pflanzen sind stark metallglänzend. Von der Farbe her sind sie ziemlich unterschiedlich.

Die Blätter sind schmal lanzettlich. Eine Blattrippe fehlt. Die Zellen sind ziemlich langgestreckt. Der Blattrand ist ganzrandig. In den Blattflügeln befinden sich nicht wie bei den meisten anderen Arten der Familie vergrößerte und auffällige Blattflügelzellen. Gegen den Blattgrund sind die Zellen lediglich ein wenig kürzer.

Insgesamt hat die Gattung 10 Arten, die in den kühleren Gebieten und den Gebirgen der Nordhemisphäre vorkommen. In Europa kommen vier Arten vor. Die häufigste davon ist Orthothecium rufescens.

Orthothecium rufescens (Brid.)BSG

Bei Orthothecium rufescens handelt es sich schon allein wegen seiner Größe von 4-10cm und seiner glänzend kupferroten, nur selten wirklich grünen Farbe um eine sehr auffälliges Moos. Die Blätter werden 3-4mm lang. Die Farbe verliert sich allerdings, wenn man das Moos trocknet. Es ist dann meist blaß hellbraun, rötlich oder grünlich und glänzt kaum noch.

Diese beiden Merkmale, und die stark längsfaltigen Blätter zeichnen Orthethecium rufescens auch innerhalb der Gattung aus.

Die Art wächst an kalkhaltigem Fels oder übererdetem Fels, und zwar an feuchten und schattigen Stellen. Sie kommt eigentlich ausschließlich in den Alpen und dem Alpenvorland vor, wo sie nicht selten ist. In den Mittelgebirgen ist sie nur sehr selten. Insgesamt ist die Art in Deutschland gefährdet.

Orthothecium rufescens

Orthothecium rufescens im Eistobel in der Nähe von Isny (im Westallgäu). Die Pflanze auf dem Bild unten sieht man leider nicht besonders gut, weil sie so stark geglänzt hat und es dort nicht gerade hell war.

by Michael Becker, 5/2001. Letzte Änderung: 2/2002.