Mnium

Familie: Mniaceae Ordnung: Bryales

Die Vertreter der namensgebenden Gattung der Familie haben breit lanzettliche, stark gezähnte Blätter. Bei fast allen Arten ist nicht nur der Blattrand gesägt, sondern auch die Blattrippe. Der Blattrand ist bei den meisten Arten sogar doppelt gesägt, d.h. es stehen immer zwei Zähnchen unmittelbar übereinander. Im Gegensatz zu den Pflanzen der Gattung Plagiomnium wachsen bei denen dieser Gattung selbst die sterilen Pflänzchen mehr oder weniger aufrecht, höchstens leicht überhängend.

Je nach Auffassung gibt es 14 Arten auf der Nordhemisphäre. 8 davon in Europa. Früher waren allerdings die Gattungen Plagiomnium und Rhizomnium hier eingegliedert. Inzwischen hat sich allerdings eine Trennung durchgesetzt.

Mnium hornum Hedw.

Mnium hornum mit fertilen und sterilen Sprossen

Mnium hornum in einem Wald bei Bad Kreuznach. Oben sieht man die fertilen Stämmchen, unten die sterilen.

Die weitaus häufigste Art der Gattung in Deutschland in Mnium hornum. Sie hat den typisch doppelt gezähnten Blattrand und die gezähnte Blattrippe. Im Gegensatz zu einigen anderen Arten der Gattung ist der Kapseldeckel nicht geschnäbelt. Ansonsten sind die Kapseln wie bei allen Vertretern der Familie nickend und eiförmig.

Mnium hornum wächst auf Waldboden oder gerne auch auf Wurzeln und Baumbasen. Die Pflanzen können bis 5cm hoch werden. Meist erreichen sie eine Höhe von ca. 2cm.

Die Art kommt in Europa, Japan und Nordamerika vor. Hier ist sie mit eines der häufigsten Waldmoose. Man kann es praktisch in jedem Wald finden. Oben rechts im Bild sieht man deutlich die fertilen Stämmchen, die in einer Moosblüte (dem schwarzen Punkt in der Mitte) enden. Weiter unten sieht, leider etwas undeutlich, die leicht nach unten hängenden sterilen Stämmchen.

In der Datei über den Lebenszyklus der Moose kann man außerdem ein Bild einer Paraphyse dieser Art sehen.

Mnium marginatum (Dicks.) Beauv.

Diese Art, die manchmal noch unter dem Namen Mnium riparium Mitt. zu finden ist, ist habituell Mnium hornum ähnlich, allerdings ein wenig kleiner.

Mikroskopisch erkennt man sie an der nicht gezähnten Blattrippe, und an den starken Eckverdickungen zwischen den Blattzellen.

Mnium marginatum kommt vor allem in Kalkgebieten vor. Im norddeutschen Tiefland ist es recht selten. Es wächst auf Waldboden, in Felsspalten, an Flußufern, am Grunde von Mauern usw. und kommt auf ganzen Nordhemisphäre in passenden Klimaten vor.

Mnium marginatum

Mnium marginatum im Hödinger Tobel am Bodensee.

by Michael Becker, 4/2001. Letzte Änderung: 5/2001.