Leucobryum glaucum

Ein Leucobryum-Polster in einem Wald südlich der Ahr.

Leucobryum glaucum (Hedw.)Angstr.

Familie: Dicranaceae, Ordnung: Dicranales

Die Gattung Leucobryum ist vorwiegend tropisch verbreitet. Sie besteht aus ca. 150 Arten. In Europa und auch in Deutschland kommen zwei davon vor. Leucobryum glaucum ist die weitaus häufigere.

Man kann dieses Moos ziemlich gut auf den ersten Blick erkennen: Es bildet, meist auf leicht sauren Waldboden, kompakte, rundliche und blaß-blaugrüne Polster. Blaugrün sind dabei nur die obersten Blättchen. Nimmt man ein Polster auseinander, so sieht man, daß die Blättchen weiter unten weiß sind, und noch weiter unten blaß-braun.

Die Blättchen sind ca. 5-12mm lang, und aus einem länglich eiförmigen Grund lanzettlich ausgezogen. Die Blattrippe nimmt fast die gesamte Blattfläche ein, so daß es auf den ersten Blick so aussieht, als gäbe es gar keine Blattrippe. Die Blätter bestehen aus mehreren Zellschichten: In der Mitte befinden sich kleine grüne Chlorocyten. Darum herum bei dieser Art je eine Schicht von chlorophylllosen Hyalocyten. (Bei anderen Leucobryum-Arten sind es auch mehrere Schichten.)

Die Arten dieser Gattung sind zweihäusig. Die männlichen Pflanzen sind deutlich kleiner und wachsen nur ab und zu in Polstern aus weiblichen Pflanzen eingesprengt. Deshalb trifft man nur selten auf fruchtende Pflanzen. Männliche Sporen müssen wieder in Polster aus weiblichen Pflanzen fallen.

Leucobryum glaucum ist in ganz Europa, vor allem im eher ozeanischen Teil, auf sauren Böden, vor allem in Wäldern, aber auch in Heiden und Mooren verbreitet. Sie können dort wegen ihrem abweichenden Blattaufbau ganz erhebliche Mengen an Wasser speichern. Oft sind sie im Inneren noch feucht, wenn wochenlang kein Regen mehr gefallen ist.

Leucobryum glaucum ist eines der ganz wenigen Moose, welche überhaupt irgendeine wirtschaftliche Bedeutung haben: Seine kompakten, rundlichen Polster werden manchmal zu Dekorationszwecken benutzt, beispielsweise auf Gräbern oder in Modelllandschaften.

by Michael Becker, 7/2000. Letzte Änderung: 7/2000.