Lejeunea cavifolia (Ehrh.) Lindb.

Familie: Lejeuneaceae Ordnung: Jungermanniales

Die Gattung Lejeunea, die ihrer Familie den Namen gegeben hat, besitzt die typischen zweilappigen Blätter, deren Lappen täschchenförmig zusammengefaltet sind. Die Unterlappen sind hier deutlich kleiner als die Oberlappen (rund 1/5 der Größe). (Sofern nicht die Gattung Microlejeunea in diese Gattung mit einbezogen wurde.) Auch Unterblätter sind bei dieser Gattung vorhanden: Sie sind ungefähr bis zur Mittel in zwei Lappen geteilt und deutlich breiter als das Stämmchen. Insgesamt schwankt die Breite der Pflänzchen zwischen einem halben und zwei Millimeter.

Die Gattung Lejeunea ist sehr groß (genaue Zahlen besitze ich nicht) und kommt ganz überwiegend in den Tropen vor. In Europa gibt es sechs atlantisch verbreitete Arten. In Deutschland kommen davon noch zwei vor, von denen Lejeunea patens bisher nur von zweimal im Schwarzwald gefunden wurde.

Die einzige Art, die auch mit etwas kontinentalerem Klima zurechtkommt und in Deutschland -vor allem in den Gebirgen- nicht allzu selten ist, ist Lejeunea cavifolia. Diese Pflanzen werden 1-2cm lang und gut einen halben Millimeter breit.

Bei Lejeunea cavifolia bilden der Rand des Oberlappens und die Kiellinie zwischen an der Faltung zwischen den beiden Blattlappen einen stumpfen Winkel. Die Unterblätter sind größer als die Unterlappen der Flankenblätter und ca. 3mal so breit wie das Stämmchen. Die Oberlappen sind rund 4-9mal so groß wie die Unterlappen.

Die Zellen enthalten einige Dutzend sehr kleine Ölkörper.

Lejeunea cavifolia wächst auf unterschiedlichen Substraten (Felsen, Rinde, morsches Holz, Erde), besonders auf kalkfreien Steinen in der Nähe von Bächen in Schluchten oder Wäldern. Gerne wächst es auch auf anderen Moosen oder in Moos-Polstern und -Rasen anderer Arten.

Lejeunea cavifolia

Unterseite einer Lejeunea cavifolia-Pflanze. Halbwegs gut zu erkennen sind die -teilweise mit Luftblasen gefüllten- Taschen, die von den beiden Lappen der Flankenblätter gebildet werden. Auch die in ihrer Gesamtform rundlichen Unterblätter sind vage zu erkennen. Die Einschnitte an deren Spitzen sind hier allerdings nicht zu erkennen.

by Michael Becker, 8/2001. Letzte Änderung: 8/2001.