Blattflügelzellen und Doppelrippe eines Blattgrundes von Hypnum
cupressiforme

Blattflügelzellen und Doppelrippe eines Blattgrundes von Hypnum cupressiforme.

Hypnum

Familie: Hypnaceae, Ordnung: Hypnales

Diese Art gehört zur großen und unübersichtlichen Gattung Hypnum. Es handelt sich durchgehend um kleinere oder mittelgroße, unregelmäßig verzweigte Moose. Bei allen Arten sind die Zellen der Blattfläche sehr lang und schmal. Eine Blattrippe fehlt, oder sie ist sehr kurz und doppelt. An den Seiten des Blattgrundes befinden sich aufgeblasene, große, rundliche oder ovale Zellen, die sich von den anderen Zellen des Blattes deutlich abheben.

Die kurze, doppelte Rippe und die großen rundlichen Blattflügelzellen sind deutlich auf dem Bild rechts zu erkennen. Es handelt sich um ein Blatt der häufigsten Art der Gattung: Hypnum cupressiforme.

Hypnum cupressiforme Hedw. s.str.

typisches Hypnum cupressiforme-Vorkommen

Typisches Massenvorkommen von Hypnum cupressiforme auf Steinblöcken in einem Wald im Siebengebirge bei Bonn.

Die Art Hypnum cupressiforme selber ist abermals äußerst formenreich. Ihre Farbe kann von bleichgrün über gelblich grün bis nach kräftig grün schwanken. Meistens wächst das Moos in relativ eng an das Substrat angedrückten Rasen. Die einzelnen Ästchen können fadenartig dünn, aber auch recht kräftig wie im Bild unten sein. Sie können verzweigt, wie im Bild, sein, aber auch mehr oder weniger unverzweigt. Die Blättchen sind häufig leicht zu einer Seite gedreht.

Insgesamt ist die Art so formenreich, daß es auch erfahreneren Sammlern immer wieder passiert, daß sie im Aussehen besonders stark abweichende Exemplare einsammeln, im Glauben, eine ihnen nicht bekannte Art gefunden zu haben, und zu Hause dann feststellen müssen, daß es schon wieder Hypnum cupressiforme ist.

Hypnum cupressiforme ist eines der häufigsten Moosen in Wäldern aller Art. Aber auch in städtischen Parks, Gärten usw. kommt es vor. Es wächst dort auf Steinen, am Grund von Baumstämmen oder auf morschem Holz. Vielleicht handelt es sich um das häufigste Moos in Deutschland.

Hypnum cupressiforme

Hypnum cupressiforme auf einem unter den Bäumen liegenden Steinblock. In einem Wald im Siebengebirge (bei Bonn). Als Größenvergleich ein 1-Pfennig-Stück.

Das nächste Bild zeigt eine andere Form von Hypnum cupressiforme. Früher wurde sie als "var. filiforme" bezeichnet. Inzwischen hat sich aber herausgestellt, daß es sich wohl nur um eine andere Wuchsform handelt: Die Pflanze bildet dünne, flach an Baumstämme angedrückte und nach unten hängende Äste. Die Blätter sind höchstens an der Spitze etwas einseitswendig. Auch diese Form ist sehr häufig.

Hypnum cupressiforme forme filiforme

Hypnum cupressiforme var. filiforme auf einem Baumstamm.

Hypnum vaucheri Lesq.

Blatt von Hypnum vaucheri

Blatt von Hypnum vaucheri.

Als nicht so häufige Art führe ich hier noch Hypnum vaucheri an, welches in den Alpen und ihren Vorgebirgen vorkommt, sowie in Skandinavien. Die Art wächst auf kalkhaltigem Gestein, ebenso wie auf Beton. Sie bildet dichte, dunkel- bis braungrüne Rasen.

Im Vergleich mit den meisten anderen Hypnum-Arten hat diese Art ausgesprochen kurz bespitzte Blätter. Außerdem sind die Blätter sehr hohl. Hierdurch sind die Stämmchen kätzchenförmig beblättert. Auch der schwarze Strich rechts auf dem Bild ist nicht etwa eine Rippe, sondern eine Falte, die dadurch entstanden ist, daß das Deckplättchen auf das hohle Blatt drückte. In Wirklichkeit sind die Blätter wie die aller Hypnum-Arten ohne Rippe. Die Pflanze stammt aus der Nähe von Linz in Oberösterreich.

Die Sporogone dieser Art sind nicht bekannt.

by Michael Becker, 6/2000. Letzte Änderung: 8/2001.