Homalothecium sericeum (Hedw.) BSG

Familie: Brachytheciaceae, Ordnung: Hypnales

Die rund ein Dutzend Arten dieser Gattung waren früher auf mehrere andere Gattungen verteilt. Und die Zugehörigkeit einzelner Arten zu dieser Gattung ist immer noch umstritten. Inzwischen ist man aber der Meinung, daß die meisten Arten relativ eng miteinander verwandt sind.

Ein relativ charakteristisches Kennzeichen für diese Gattung innerhalb der Familie sind die schmalen, dreieckigen und scharf bespitzten Blätter, welche stark längsfaltig sind. Die Blattrippe endet erst in der Blattspitze. Die Zellen der Blattfläche sind (für Brachytheciaceen) extrem lang und schmal.

Homalothecium sericeum in trockenem Zustand

Homalothecium sericeum in trockenem Zustand auf einer Mauer der Ruine Montfort in der Nähe von Bad Kreuznach.

Ansonsten haben die meisten Arten einen kriechenden Hauptsproß, von dem mehr oder weniger regelmäßig die Seitenzweige aufsteigen. In trockenem Zustand liegen bei den meisten Arten die Blätter dicht am Stämmchen.

Homalothecium sericeum ist die in Deutschland häufigste Art der Gattung. Ihre Stämmchen sitzen mit Rhizoiden dicht am Substrat fest. Die Seitenäste steigen nach oben auf. In trockenem Zustand ist die Pflanze bräunlich-grün bis goldgrün. Die Äste sind deutlich gebogen. In feuchtem Zustand dagegen ist die Pflanze meist frisch grün und manchmal bräunlich oder rötlich überlaufen. Die Äste sind nicht mehr gekrümmt und die ganze Pflanze glänzt.

Die Blätter sind fein gesägt und die Blattrippe erreicht nur ca. 3/4 der Blattlänge.

Die Art wächst auf Felsen und Mauern, manchmal auch am Grunde von Bäumen an leicht schattigen bis leicht besonnten Stellen. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Europa bis nach Südasien, außerdem kommt sie in Nordamerika und Teilen Afrikas vor. In Europa ist es ein weit verbreitete und relativ häufiges Moos.

Homalothecium sericeum in feuchtem Zustand

Homalothecium sericeum in feuchtem Zustand auf einer Mauer der Ruine Montfort in der Nähe von Bad Kreuznach.

by Michael Becker, 41/2001. Letzte Änderung: 4/2001.