Dryptodon patens (Hedw.) Brid.

Familie: Grimmiacae, Ordnung: Grimmiales

Die monotypische Gattung Dryptodon mit ihrer einzigen Art Dryptodon patens nimmt in gewisser Hinsicht eine Mittelstellung zwischen den großen Gattungen Grimmia und Racomitrium ein. Vom Habitus ähnelt es Formen von Racomitrium, deren Blätter ohne Glasspitzen sind. Aber die Zellwände sind, vor allem im unteren Teil des Blattes kaum knotig verdickt.

Das Peristom ist ähnlich dem Peristom bei Racomitrium (mit bis zur Basis gespaltenen Zähnen), aber die Seta wiederum ist gekrümmt, was bei vielen Grimmia-Arten, aber nicht bei Racomitrium vorkommt.

Folgerichtig wird die Art auch als Grimmia patens (Hedw.)BSG und als Racomitrium patens (Hedw.)Hüb. geführt.

Insgesamt ist die Art sehr leicht zu erkennen: Auf dem Rücken der Blattrippe befinden sich 2, manchmal 4 Längsfurchen, die sogar auch auf dem Bild unten zu erahnen sind. Ansonsten sind die Merkmale eher unauffällig: Die Blätter sind schmallanzettlich und ohne Glasspitze. Die Zellen sind im unteren Teil des Blattes lang rechteckig, im oberen quadratisch bis breiter als lang. Die Pflanzen bilden dichte, dunkelgrüne Polster, die meist rund 5cm, manchmal aber auch bis zu 10cm hoch werden können.

Die Art wächst auf kalkfreiem Gestein in den Gebirgen. In Deutschland ist sie selten und kommt nur lokal gehäuft an einigen Stellen in einigen höheren Mittelgebirgen vor. In dem meisten Bundesländern ist die Art akut vom Aussterben bedroht, in NRW bereits ausgestorben. Lediglich in Sachsen-Anhalt (im Harz) und in Bayern (wo sie allerdings extrem selten ist) gilt sie als nicht gefährdet. Das Exemplar, von dem das Blatt ist, habe ich in Island gefunden.

Blatt von Dryptodon patens

Blatt von Dryptodon patens.

by Michael Becker, 2/2002. Letzte Änderung: 2/2002.