Drepanocladus

Familie: Amblystegiacae, Ordnung: Hypnales

Es gibt nur wenig allgemeingültiges, was man über die Pflanzen dieser Gattung sagen kann. Viele Arten sind ausgesprochen variabel. Beispielsweise haben die Pflanzen dieser Gattung normalerweise sichelförmige gebogene Blätter. Allerdings wachsen sie meistens an nassen Standorten, häufig sogar untergetaucht, und bilden in diesem Fall Wasserformen mit geraden Blättern. Verglichen mit den anderen Moosen der Familie handelt es sich außerdem meist um eher kräftige Pflanzen.

Das Blattzellnetz ist prosenchymatisch, besteht also aus langen und schmalen Zellen. Bei den meisten Arten gibt es eine gut zu erkennende, abgesetzte Gruppe von Blattflügelzellen.

Die Gattung ist vor allem im Norden der Erde weit verbreitet und stellt dort einige der häufigsten Arten der Sümpfe und Moore. Wie viele Arten sie enthält, kann man nicht sagen, da die Arteinteilung von verschiedenen Autoren sehr unterschiedlich gehandhabt wird. [FFFL] führt für Europa ungefähr 15 Arten auf.

Drepanocladus uncinatus (Hedw.) Warnst.

Blatt von Drepanocladus uncinatus

Blätter von Drepanocladus uncinatus. Gut zu erkennen ist die Längsfaltigkeit und die Sichelform. Nicht zu erkennen die Gruppe von Blattflügelzellen.

Diese Art nimmt in vielerlei Hinsicht (morphologisch wie ökologisch) eine Sonderstellung ein und ist damit so ziemlich die einzige klar abgegrenzte Art der Gattung. Oft wird sie deshalb auch in eine eigene (monotypische) Gattung gestellt und heißt dann Sanionia uncinata (Hedw.) Loeske.

Die Blätter dieser Art sind extrem längsfaltig und sehr stark sichelförmig bis fast kreisförmig gebogen, was den Pflanzen ein recht charakteristisches Aussehen verleiht. Der Blattrand ist fein gezähnt. Eine Blattrippe existiert und reicht bis über die Blattmitte, ist aber in den ganzen Längsfalten meist nur schwer zu erkennen. Die Blattflügelzellen sind erweitert und bilden eine deutliche Gruppe.

Drepanocladus uncinatus bildet gelbgrüne bis braungrüne Rasen. Die Pflanzen sind kräftig, manchmal bis 10cm groß. Im Gegensatz zu allen anderen Arten der Gattung wächst die Art nicht in Mooren und Sümpfen, sondern auf verschiedenen normal feuchten Böden (Erde, Holz, Gestein, Rinde). Sie ist in ganz Europa verbreitet. In den arktischen Trockentundren ist sie eines der häufigsten Moose. In Deutschland ist sie nur in einigen der nördlichen Bundesländern selten, ansonsten verbreitet.

by Michael Becker, 2/2002. Letzte Änderung: 2/2002.