Dicranum

Familie: Dicranaceae, Ordnung: Dicranales

Diese Gattung umfaßt je nach Auffassung 50-150 Arten, von denen rund 20 auch in Europa vorkommen. Ihre Hauptverbreitungsgebiete sind die Nadelwälder und Tundren auf der Nordhalbkugel. Aber auch in den Gebirgen der Tropen gibt es einige Arten.

Die Vertreter dieser Gattung bilden oft auffällig, kräftige Polster. Ihre Blätter sind in eine lange Pfriemenspitze ausgezogen. Bei den meisten Arten sind sie sichelförmig zu einer Seite hin gebogen - manchmal sehr deutlich, manchmal weniger deutlich. Im Inneren der Blattrippe gibt es differenzierte, großlumige Zellen, die vermutlich dem Wasser und Nährstoff-Transport dienen. Ein der Wasserleitung dienender Zentralstrang befindet sich auch im Stengel.

Die Kapsel ist gekrümmt und dadurch asymmetrisch. Ihr Deckel ist lang geschnäbelt. Der Name der Gattung bezieht sich auf die gespaltenen Peristomzähne und könnte ungefähr mit "Gabelzahnmoos" übersetzt werden.

Viele Arten dieser Gattung sind zweihäusig. Sie können sich aber auch vegetativ durch sog. Bruchäste vermehren: Besonders ausgebildet Stämmchen oder Ästchen brechen ab und wachsen zu einem neuen Gametophyten aus.

Dicranum scoparium Hedw.

Hierbei handelt es sich um die in Mitteleuropa häufigste Art. Sie kommt auf der gesamten Nordhalbkugel bis weit nach Norden vor. In den Alpen steigt es bis 3000m auf. Nach Süden erstreckt sich sein Verbreitungsgebiet bis auf die Kanarischen Inseln, Madeira und die Azoren. Und sogar in Neuseeland kommt es vor.

Es handelt sich um eine Pflanze, die meist kräftige, 5-10cm hohe weiche, grüne oder bräunlich-grüne Polster bildet. Sie kommt fast überall in Wäldern und Heiden vor, an trockeneren wie an feuchten Standorten, auf Felsen wie auf Erde. In der Regel zieht sie aber trockenere bis mäßig feuchte Standorte vor. Innen sind die Polster meist von einem rotbraunen bis weißen Rhizoid-Filz durchsetzt.

Die Blätter können sichelförmig gebogen sein, aber auch fast gerade. Sie sind meist von der Blattspitze bis weit hinab gesägt (meist ungefähr bis zur Mitte). Die Blattzellen in der Blattspitzen sind länglich, und die Blattrippe hat dort auf der Rückseite zwei oder vier Lamellen.

Die Art ist zweihäusig und man trifft sie deshalb nur recht selten mit Sporophyten an.

Dicranum scoparium

Dicranum scoparium in einem Wald irgendwo an der Ahr. Als Größenvergleich sieht man eine Ahorn-Frucht auf dem Moospolster liegen.

by Michael Becker, 10/2000. Letzte Änderung: 10/2000.