Brachythecium

Familie: Brachytheciaceae Ordnung: Hypnales

Die Gattung Brachythecium gehört für Systematiker zu den schwierigeren. Viele Arten lassen sich nur sehr schwer voneinander abgrenzen. Einige Arten sind sehr variabel. Leider (für den Anfänger) gehören einige recht häufige Moosarten zu dieser Gattung.

Brachythecium albicans (Hedw.) BSG

Von allen Brachythecium-Arten ist Brachythecium albicans am leichtesten zu erkennen, und zwar an seiner blassen, häufig gelblichen oder bräunlichen Farbe. (Dies ist leider auf dem Bild nicht so gut zu erkennen.)

Die Blättchen sind lang und fein zugespitzt, ganzrandig. Die Blattrippe reicht bis über die Blattmitte. Vorne sind sie ev. leicht gezähnt. Die Blättchen liegen dachziegelartig übereinander, wodurch die Zweige des Moosen rundlich wurmförmig wirken.

Brachythecium albicans ist in ganz Europa, vor allem auf sandigen und mehr oder weniger sonnigen Böden verbreitet. Es kommt im Tiefland ebenso wie im Hochgebirge vor, in der Heide wie in Innenstädten oder an Bahndämmen. Häufig wirken Brachythecium albicans- Bestände ziemlich unordentlich: Die einzelnen Moosbüschel liegen kreuz und quer und lose über- und nebeneinander.

Brachythecium albicans

Ein durcheinandergewürfteltes Brachythecium albicans-Polster auf einem Parkplatz in der Innenstadt von Bonn. Das Moos wuchs dort mehr oder weniger auf dem blanken Asphalt unter einer kleinen Birke und ein Parkautomaten.

Brachythecium rutabulum (Hedw.)BSG

Brachythecium rutabulum

Brachythecium rutabulum an einem Wegrand in einem Wald südlich der Ahr. Leider ist es fast unmöglich, das Aussehen eines "typischen" Vertreters der Art zu zeigen.

Brachythecium rutabulum gehört zu den häufigsten Arten in Deutschland. Vielleicht ist es sogar die häufigste. Sie wächst praktisch überall: In Rasen, auf lebendem oder totem Holz, auf feuchtem Fels, an eher trockenen wie auch an eher feuchten Standorten. In Wäldern ebenso wie in Städten und Gärten. Es ist fast kosmopolitisch verbreitet.

Das Moos bildet mehr oder weniger kräftige, grüne bis gelbgrüne Rasen. Es hat makroskopisch kaum auffallende Merkmale, sondern sieht halt einfach wie ein Moos aus. Seine Stämmchen sind unregelmäßig verzweigt. Die Blättchen liegen nicht dachziegelförmig übereinander, noch stehen sie sparrig ab - weder in trockenem wie im feuchten Zustand. Insgesamt ist es aber eine ziemlich formenreiche Art, die nur schwer von nahen Verwandten (Brachythecium rivulare) abzugrenzen und zu unterscheiden ist.

Die Blättchen sind breit eiförmig und leicht gesägt. Die Blattrippe reicht ca. bis in die Blattmitte. An den Blattflügeln befinden sich meist nicht besonders scharf abgegrenzte Gruppen von aufgeblasenen Blattflügelzellen.

by Michael Becker, 6/2000. Letzte Änderung: 6/2000.