Anomodon

Familie: Anomodontaceae, Ordnung: Thuidiales

Die Gattung Anomodon besteht aus weltweit rund 25 Arten, von denen 5 in Europa vorkommen. Es handelt sich meist um mehr oder weniger kräftige Arten, deren Hauptstamm am Substrat haftet. Die Seitenäste sind oft recht wenig verzweigt. Häufig gibt es flagellenförmige Seitenästchen (s. auf dem Bild die Flagellen von Anomodon attenuatus!)

Die Blätter liegen in trockenem Zustand dem Stämmchen oder Ästchen an und sind gerade oder leicht verbogen. Wenn man sie befeuchtet, stehen sie aufrecht ab. Teilweise sind sie leicht einseitswendig. Die Blätter selber sind teils lanzettlich, teils länglich zungenförmig. Gezähnt sind sie höchstens an der Spitze. Die Blattrippe ist kräftig und endet in der Blattspitze.

Die Zellen der Blattfläche sind rundlich und auf beiden Seiten stark papillös und dadurch trübe. Lediglich gegen den Blattgrund sind sie verlängert und etwas durchsichtiger.

Anomodon viticulosus (Hedw.) Hook.&Tayl.

Innerhalb der Gattung zeichnet sich Anomodon viticulosus durch seinen auffallend kräftigen Wuchs aus: Das Moos wird häufig bis 10cm lang. Es ist hier das häufigste Moos der Gattung. Ein weiteres Merkmal sind die ca. 2-3mm langen, allmählich in eine stumpfe, abgerundete Spitze verschmälerten Blätter.

Die Art kommt an schattigen Felsen oder auf der Rinde von Bäumen vor. In den Kalkgebirgen ist sie recht verbreitet, ansonsten eher seltener. Der Bestand geht in Deutschland zurück, die Art ist aber nicht gefährdet.

Das Bild unten zeigt Anomodon viticulosus zusammen mit Anomodon attenuatus auf der Rinde eines Baumes im Eistobel in der Nähe von Isny (im Westallgäu). Es handelt sich um das kräftige Moos mit den langen Blättern, nicht um das kleinere, fiederig verzweigte. Rechts in der Mitte hat sich außerdem ein Stämmchen von Plagiochila asplenioides eingeschlichen.

Anomodon viticulosus und Anomodon attenuatus

Anomodon viticulosus zusammen mit einigen anderen Moosen an der Rinde eines Baumes.

Anomodon attenuatus (Hedw.) Hüb.

Im Gegensatz zu voriger Art ist Anomodon attenuatus meist stark, häufig auch relativ regelmäßig einfach gefiedert verzweigt. Die Art bildet meist ausgedehnte Rasen. Die einzelnen Stämmchen sind allerdings deutlich schmächtiger: Die Blättchen sind vielleicht 1mm lang. Lange Flagellenästchen sind fast stets vorhanden. Auch im oberen Bild kann man sie als lange dünne Fäden, die aus dem Moosrasen hinausragen, erkennen.

Die Blätter sind bei dieser Art relativ breit, aber vorne bespitzt. An der Blattspitze sitzen manchmal einige Zähne.

Anomodon attenuatus wächst ähnlich wie Anomodon viticulosus auf Felsen und Rinde. Es ist vor allem in den Kalkgebirgen verbreitet, ansonsten eher seltener. Der Bestand geht in Deutschland zurück, die Art ist aber nicht gefährdet.

In obigem Bild sieht man einige Fieder von Anomodon attenuatus zwischen den kräftigeren Stämmchen von Anomodon viticulosus herausstehen. In der Realität konnte man sehr gut den Unterschied zwischen den "normalen" Ästchen und den stark verlängerten und fadenförmigen Flagellenästchen erkennen. Auf dem Bild leider nicht mehr.

by Michael Becker, 9/2000. Letzte Änderung: 2/2002.