Die Idee bei der Definition der Hausdorff-Dimension ist ungefähr folgende: Ist ein metrischer Raum E gegeben, so kann man ihn mit kleinen Kreisscheiben von Radius d abdecken. Wieviele Kreisscheiben braucht man nun, wenn man den Radius halbiert? Für Linien und Kurven (also das, was man üblicherweise als eindimensionale Objekte ansieht) braucht man rund doppelt so viele Kreisscheiben. Für Flächen dagegen ungefähr viermal so viele.
Man überdeckt also eine gegebene Menge mit immer kleineren Kreisscheiben und untersucht dann, wie schnell die benötigte Anzahl davon wächst.
Im folgenden bezeichne |E| den Durchmesser einer Menge E.
Wird d kleiner, so gibt es weniger zugelassene Überdeckungen, und mtd(E) wird größer.
Das t-dimensionale Hausdorff-Maß der Menge E ist definiert durch
mt(E) := limd-->0mtd(E)
Wenn wir den Wert Unendlich zulassen, existiert dieser Grenzwert immer.
Es gibt ein etwas bequemeres Mittel, die Hausdorff-Dimension zu berechnen oder zumindest abzuschätzen:
(D(z.r))>=c·rt.
Dann gilt: dim(E)>=t.
Der Beweis ist nicht schwierig, wird hier aber trotzdem nicht gebracht, da er nichts mit Julia-Mengen zu tun hat.
Liegt der Punkt Unendlich in der Fatou-Menge einer rationalen Funktion R, so liegen keine Pole in J(R). Deshalb nimmt |R'(z)| ein endliches Maximum K0 auf dem Kompaktum J(R) an.
dim(J(R)) >= (ln d)/(ln K0).
Die Schranke wird für R(z)=zd angenommen.
Wir haben es hier nicht gezeigt, aber die Zahl K0 ist immer >1, weil die Julia-Menge immer einen abstoßenden Zykel enthält. Die Ungleichung ist also immer sinnvoll.
Die Beweisidee ist, daß man einen Punkt z aus der Fatou-Menge nimmt, so
daß für jedes n die Menge R-n(z) aus genau dn Punkten
besteht. Man definiert nun ein Wahrscheinlichkeitsmaß
n, das auf dieser
Menge gleichmäßig verteilt ist, und kann zeigen, daß eine Teilfolge schwach
gegen ein Wahrscheinlichkeitsmaß auf J(R) konvergiert. Schließlich beweist
man noch eine Abschätzung für die Verteilung der Punkte aus den
R-n(z), aus der eine Abschätzung ähnlich der aus Satz 8.1.5 für die
n folgt.