Bisher haben wir nur rationale Funktionen R:
-->
betrachtet, wobei wir die Zahlensphäre mit der
sphärischen Metrik versehen hatten. Was passiert, wenn wir andere Metriken
betrachten. Zwei einfache Bespiele werden hier behandelt.
In diesem Abschnitt betrachten wir Polynome P:C-->C, wobei die komplexe Ebene mit der euklidischen Metrik versehen ist.
Je(P) = Js(P)![]()
.
Die anderen Punkte sind genau die, deren Bilder gegen
konvergieren. Diese
liegen in
und in Je(P).
Man kann Julia- und Fatou-Mengen auch wie folgt sehen: Ist X
C
versehen mit einer Metrik d, die durch ein Linienelement r(z)|dz| gegeben
ist, und f:X-->X eine holomorphe Funktion, so kann man die Metrik mittels
f zurückziehen. Die zurückgezogene Metrik f*(d) ist dann gegeben
durch das Linienelement
r(f(z)) |f'(z)| |dz|.
Die Metrik zurückzuziehen ist eine Standardkonstruktion der Differentialgeometrie. Die Funktion f:(X,f*(d))-->(X,d) wird hiermit an Stellen mit f'(z)<>0 zu einer lokalen Isometrie. Insbesondere haben die Räume (X,f*(d)) und (X,d) an solchen Punkten z und f(z) dieselbe Gaußsche Krümmung, sofern diese überhaupt definiert ist, d.h. sofern r(f(z) und f'(z) ungleich 0 sind. Die Gaußsche Krümmung einer solchen Metrik ist genau gegeben durch
Man sieht nun leicht, daß ein Punkt z0 genau dann zur Fatou-Menge bzgl. der Metrik d gehört, falls die zurückgezogenen Metriken (fn)*(d) bei ihm beschränkt bleiben. Sind sie dagegen unbeschränkt, so gehört er zur Julia-Menge. Dies liegt einfach daran, daß für z nahe bei z0 der Abstand der Bildpunkte d(fn(z0),fn(z)) nichts anderes ist, als der Abstand (fn)*(d)(z0,z).
Unser Resultat folgt aus dem folgenden Lemma:
r(z) <= 2/(1-|z|2),
die Metrik ist also kleiner als die hyperbolische Metrik.
ra(z)=2a/(a2-|z|2).
Wir zeigen, daß r<=ra auf D(0,a). Lassen wir dann z fest und a gegen 1 laufen, folgt die Behauptung.
Also sei v=r/ra. v ist nicht-negativ und stetig, und es ist v(z)-->0 für |z|-->a. Also nimmt v ein Maximum M an einem Punkt z0 im Inneren von D(0,a) an. Wir müssen nur noch zeigen, daß M<=1 ist.
Falls r(z0)=0 ist, dann ist auch M=0 und wir sind fertig. Es sei also r(z0)>0. Da v ein Maximum bei z0 hat, gilt:
Deshalb ist r(z0)/ra(z0)<=1.
Anders ausgedrückt: Die hyperbolische Metrik ist die größte Metrik auf ID mit Krümmung <=-1. Dieses Lemma ist stark verwandt mit dem Schwarzschen Lemma, das besagt, daß für eine holomorphe Funktion f:ID-->ID mit f(0)=0 gilt: |f'(0)|<=1. Tatsächlich sind die beiden für Metriken, die durch holomorphe Funktionen entstehen, äquivalent.
(Diese Tatsache ist schon länger bekannt. Der Beweis hier folgt [MiSch].)