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Vagar

Vagar (auch manchmal Vagoy genannt) ist die größere der beiden Westinseln und die drittgrößte aller Inseln der Färöer. Sie hat eine Fläche 178km2. Insgesamt wohnen ca. 2600 Menschen auf ihr. Damit ist die Insel weniger dicht besiedelt als die anderen. Der Name bedeutet "Buchteninsel", eine Anspielung auf die drei Buchten Søvagur, Miðvagur und Sandavagur.

Vagar ist hervorragend an die Insel Streymoy angebunden: Ungefähr stündlich geht eine Fähre von Oyrargjogv nach Vestmanna auf Streymoy und zurück. Die Fahrt dauert 15min. Viele Busse setzen mit der Autofähre über, so daß man nicht einmal aussteigen muß.

Auf Vagar gibt es genau eine Straße, welche alle Dörfer außer Gasadalur miteinander verbindet.


Oyrargjogv

Oyrargjogv kann man kaum als Ort bezeichnen. Es besteht eigentlich nur aus der an den Hang gekletschten Anlegestelle der Fähre.


Sandavagur

7km südlich von Oyrargjogv liegt die ca. 650 Einwohner umfassende Ortschaft Sandavagur. Diese war 1555-1816 Sitz des Gourverneurs. In der Ortschaft steht ein Denkmal für V.U. Hammershaimb, der die heute gültige Rechtschreibung entwickelte.

In der Kirche von 1917 gibt es einen Runenstein aus dem 13. Jh., der an Torkil Onundarson aus Norwegen erinnern soll, und den man 1917 nahe des Ortes fand.

der Trøllkonufingur

Südöstlich von Sandavagur an der Küste gibt es eine 313m hohe Felsnadel namens Trøllkonufingur, dem "Finger des Trollweibs". Woher der Name dieses Felsens kommt, weiß ich nicht, aber dafür gibt es folgende kleine Geschichte:

Der Trøllkonufingur wurde nur ein einziges mal bestiegen. Und zwar besuchte Kronprinz Frederik (der spätere Frederik VIII) 1844 die Färöer, wobei er die Felsnadel auf den Namen "Kongespiret" (Königsspeer) taufte.
Während dieses Besuches bestieg ein junger Färinger die Felsnadel, um von oben dem Kronprinzen zuzuwinken, während der unterhalb vorbeisegelte. Als er jedoch später ein zweites mal hinaufzuklettern versuchte, um seine Fäustlinge, die er auf der Spitze vergessen hatte, wiederzuholen, stürzte er in den Tod.
([johannessen]; übersetzt von Detlef Knop vom DFF, von dem auch das Bild stammt - Vielen Dank!)

An der Straße etwas außerhalb des Dorfes liegt eine Jugendherberge.



Miðvagur

Diese nur drei Kilometer westlich von Sandavagur gelegene Ortschaft hat ist mit eine Bevölkerung von 950 Menschen die größte auf Vagar. Hier befand sich das Pfarrhaus der Insel, das Kalvalið, eines der ältesten Gebäude der Färöer, in dem die Pastorenfrau Beinta, deren Leben im Roman "Barbara" verewigt ist, lebte. Heutzutage dient es als Museum.

Hier befinden sich auch die Gräber einiger britischer Soldaten aus dem 2. Weltkrieg.

Die Bucht bei Miðvagur gilt als ausgezeichnete Walfangbucht.


Vatnsoyrar

Hinter Miðvagur stößt die Straße auf den größten Binnensee der Färöer, den fischreichen Leitisvatn oder Sørvagsvatn. An seinem Nordende liegt das kleine Dorf Vatnsoyrar, das einzige auf den Färöern, welches nicht am Meer liegt. Dort befindet sich auch eine Baptistenkirche.

Am idyllischen Südende des Sees stürzt das Wasser über eine ca. 20m hohe Klippe in einem Wasserfall, dem Bøsdalafossur, ins Meer. Anbei befindet sich die 142m hohe senkrechte Klippe Trælanipa ("Sklavenspitze"), von der der Sage nach Sklaven, die zu alt beworden waren oder aus anderen Gründen arbeitsunfähig waren, heruntergestürzt wurden.


Sørvagur

3km weiter im Westen liegt an der Spitze des Sørvagsfjørður der Ort Sørvagur (880 Einwohner) mit dem Flughafen, der in den letzten Jahren stark erweitert wurde, und heute durchaus modern ist. Er wurde während des 2. Weltkriegs von britischen Soldaten erbaut.

Von Sørvagur aus startet, sofern das Wetter es zuläßt, das Postboot, welches die Insel Mykines versorgt, und welches gleichzeitig als Fähre dient.

Sørvagur

Das Bild zeigt Sørvagur. Im Hintergrund sieht man die Landebahn des Flughafens.


Bøur

Abermals 4km im Westen von Sørvagur befindet sich der malerische kleine Ort Bøur (auch manchmal Bø genannt). Am besten kann man ihn bewundern, wenn man sich auf dem Boot nach Mykines befindet. Bøur und Gasadalur haben zusammen ca. 70 Einwohner.

Von Bøur aus hat man einen schönes Blick auf die Schäre Tindholmur, welche man im Bild in der Mitte sieht. Recht am Bildrand befindet sich der flachere Gasholmur.

die Schäre Tindholmur

Auf Tindholmur soll der Sage nach einmal eine Familie gewohnt haben. Doch eines Tages habe ein Adler das Baby mit sich genommen und auf seinen Horst an die Spitze der Schäre, den Arnatindur, getragen. Bis die Mutter den Horst erreicht hatte, hatte der Adler das Kind schon getötet und ihm seine Augen ausgehackt. Seit der Zeit hat nie wieder jemand auf Tindholmur gelebt und keiner hat den Arnatindur bestiegen. (Soweit ich weiß, gibt es auf den Färöern allerdings keine Adler.)


Gasadalur

Gasadalur ist heute die einzige noch bewohnte Ortschaft, die nicht über eine Straße erreichbar ist. Angeblich ist für irgendwann ein Tunnel geplant. Bis dahin ist der Ort nur über einen Gebirspfad zu erreichen, den ich allerdings nicht kenne, da das Wetter nicht mitgespielt hat, oder mit dem Helikopter. Dieser versorgt die Einwohner des Dorfes auch mit den nötigsten Sachen wie Benzin.

Alle diese Ortschaften liegen mehr oder weniger an der Südküste von Vagar. Der gesamte Nordteil der Insel ist zwar nicht unbegehbar, jedoch sehr gebirgig, und eine Wanderung ist ohne eine gute Ausrüstung und Ortskenntnisse nicht unproblematisch. Man sollte zumindest ein Zelt oder ein Biwak dabeihaben, um übernachten zu können.

In diesem schwer zugänglichen Teil der Insel befindet sich auch das 1914 verlassene Dorf Vikar. Am Nordkap der Insel, dem Slættanes gab es sogar noch bis in die 60er eine Siedlung.


Homepage     Färöer(Titelseite)     Inselbeschreibungen(Index) by Michael Becker, 4/1998. Letzte Änderung: 1/1999.