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Suðuroy

Die folgenden Angaben stammen aus [around], [gors] und [suduroy].

Suðuroy ist die südlichste der färingischen Inseln. Sie hat eine Fläche von 166km2 und eine ca. 3000 Einwohner. Man erreicht sie mit der Fähre Torshavn-Drelnes, welche einmal am Tag hin und zurück fährt. Das Fährschiff ist die "Smyril", die alte Island-Fähre der Smyril-line. Dieses Schiff ist sehr alt, ist aber anfang der 80er Jahre generalüberholt worden. Die Überfahrt dauert 2h15min.

Die Insel zeichnet sich besonders durch die eindrucksvolle und gut zugängliche Steilküste an seiner Westseite aus. Wegen deren Existenz liegen auch die meisten Dörfer an der Ostküste. Die beiden größten unter ihnen sind Tvøroyri und Vagur. Es folgt nun eine Kurzbeschreibung der einzelnen Dörfer von Norden nach Süden. Alle Dörfer sind mit dem Bus erreichbar. Die eher abgelegenen Dörfer wie z.B. Sandvik werden aber nur auf Wunsch angefahren.


Sandvik

Sandvik ist das nördlichste Dorf auf Suðuroy. Ich selber habe es nicht besucht. Von Sandvik aus hat man einen schönen Blick auf die Insel Litla Dimun. In Sandvik wurde Sigmund Brestirsson, der Urheber des Christentums auf den Färöern, getötet, wovon in der Färingersaga berichtet wird. (Kapitel 38 und 39)


Hvalba und Nes

Auch von diesen beiden Ortschaften hat man einen guten Blick auf Litla Dimun. Der Blick über Nes ist das Titelbild von [gors] In der Nähe von Hvalba liegt die einzige Kohlemine der Färöer. Insbesondere folgt daraus, daß die Färöer in vorgeschichtlicher Zeit einmal bewaldet waren.

Die Kohleflöze sind sehr spärlich. Da sie aber die einzigen fossilen Energiequellen der Färöer sind (Öl ist in der Nähe der Inseln bisher noch nicht gefunden worden, auch wenn es keinen überraschen würde, wenn es welches gibt) wird sie (im Sommer) hochsubventioniert abgebaut werden. Allerdings sind alle Minen bis auf eine bereits eingestürzt. Diese eine kann man unter Führung besichtigen.

Hvalba hat die Besonderheit, daß es zwei Häfen hat: Einen an der Ost- und einen an der Westküste. Auf diese Weise sind die Fischer unabhängiger vom Wetter.

Das Bild zeigt das Tal Vatnsdalur in der Nähe von Hvalba auf einer Briefmarke des Postverk Føroyar.

Vatnsdalur


Froðba, Tvøroyri, Trongisvagur, Liðin, Drelnes, Øravik

Dies sind die Ortschaften, die in der Bucht Trongisvagsfjørður liegen.

Tvøroyri ist das jüngste Dorf auf Suðuroy. Dadurch, daß 1836 ein königlich dänischer Monopolladen dort gebaut wurde, ist es heute das größte Dorf auf Suðuroy.

Das Dorf Froðba hat seinen Namen der Sage nach vom dänischen König Froði, der sich einmal hier aufgehalten haben soll.


Famjin

(Sprich "Famdschin") Dies ist ein äußerst malerisch in einem Talkessel gelegenes Dorf an der Westküste von Suðuroy. Von der Scharte über dem Talkessel hat man einen schönen Blick auf das schnell wechselnde Wetter an der Westküste. Allerdings kann es recht windig sein. Famjin ist erst von ca. 15 Jahren durch eine Straße verkehrstechnisch an die anderen Dörfer der Insel angebunden worden.

In Famjin gibt es die älteste färingische Flagge. Sie ist in der Dorfkirche ausgestellt.

Famjin


Hov und Porkeri

Hov liegt ein wenig unterhalb eins malerischen Binnensees, der wie alle Seen zur Fischzucht benutzt wird.

Das Dorf Porkeri hat durch Schiffbrüche mehr Männer verloren als irgendein anderes Dorf auf den Färöern. Zum Andenken an diese Männer steht ein Denkmal am Eingang des Dorfes. (Ich habe es allerdings nicht gesehen.)


Vagur

Vagur ist zweitgrößte Dorf auf Suðuroy. Die Fähre läuft es einmal in der Woche an. Im Hafen von Vagur liegt die Schaluppe Johanne TG326, eines der ältesten noch erhaltenen Fischfahrzeuge der Färöer. Sie ist restauriert worden. Ob man sie besichtigen kann, weiß ich nicht.

Westliche von Vagur, in Vagseiði hat man einen guten Blick auf die Steilküste von Suðuroy.


Lopra, Akrar, Vikarbyrgi

In Lopra hoffen die Färöer, Öl zu finden. Früher war in Lopra eine Walfängerstation. Lopra und Akrar werden vom Bus nur auf Verlangen angefahren. Man kann sich aber an die Straße außerhalb stellen. Vikarbyrgi wurde als letztes der Dörfer auf Suðuroy ans Straßennetz angeschlossen, nämlich 1977. Die Große Pest überlebte der Sage nach in Vikarbyrgi nur ein einziger Mensch namens "Sneppan".

Westlich von Lopra in Lopranseiði hat man einen grandiosen Ausblick auf die Steilküste nördlich von Sumba und einige vorgelagerte Schären. Dort befindet sich aber auch eine Art Steinbruch.


Sumba, Akraberg

Sumba ist das südlichste Dorf der Färöer, da man Akraberg nicht als Dorf bezeichnen kann. Sumba gilt als eines der malerischsten Dörfer auf den Färöern. Bislang (Stand: Sommer '97) war Sumba nur durch eine abenteuerliche Bergstraße zu erreichen. Inzwischen sollte jedoch ein Tunnel eröffnet worden sein.

Akraberg wurde bis 1350 von heidnischen Friesen bewohnt. Bei der Großen Pest starben sie aber alle. Von Akraberg ging der Aufstand gegen den Bau der Kathedrale in Kirkjubøur aus. Heutzutage steht in Akraberg nur noch ein Leuchtturm.

Streng genommen ist auch Akraberg nicht der südlicheste Punkt der Färöer: Ca. 5km südlich davon ragen noch einige Felsen namens Flesjarnar und Sumbiarsteinur aus dem Meer.

Beinisvørð von Norden aus gesehen

Abgesehen von den in [gors] beschriebenen Wanderungen kann man noch folgende kleinere Wanderung von Akraberg nach Lopra mit einigen spektakulären Ausblicken machen:

Man steigt in Sumba aus dem Bus aus. Von dort kann man einen kleinen Abstecher nach Akraberg machen. Nachdem man sich das Dorf Sumba und die vorgelagerte Schäre Sumbiarholmur angeschaut hat, geht es nach Nordwesten schräg den Hang hinauf in Richtung des Sendemastes auf dem Berg Hestur.

Oben angekommen trifft man auf die Straße, die an dieser Stelle nur wenige Meter entfernt an der Klippe Beinisvørð vorbeiläuft. Man geht nun wenige Meter vom Rand der Klippe entfernt querfeldein weiter. Zu seiner Rechten sieht man, wie sich die Straße in Serpentinen herabschlängelt, zu seiner Linken geht es 200m senkrecht hinunter. Trotzdem ist der Weg angenehm: Er geht leicht bergab über ebenes Gras, und es gibt keine allzu weit eingeschnittenen Schluchten.

Auf diese Weise geht man weiter, bis man vor einem kegelförmigen Berg, dem Kirviskollur, an dessen Meerseite man besser nicht entlanggeht, steht. An dieser Stelle geht man am besten auf die Straße, der man ein Stück folgt, wobei man eine Serpentine abkürzt. Es lohnt sich, hinter dem Kirviskollur nochmal zur Westseite der Insel zu gehen. Von dort hat man einen eindrucksvollen Blick zurück auf die Steilküste, auf der man eben noch entlanggegangen ist.

An der Stelle, wo die Straße nach Lopra von der Hauptstraße abzweigt, kann man auf den Bus warten.



Homepage     Färöer(Titelseite)     Inselbeschreibungen(Index) by Michael Becker, 4/1998. Letzte Änderung: 1/1999.