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Streymoy

Streymoy ist die größte Insel der Färöer. Sie hat eine Fläche von ca. 375km2. Ich nicht auch nur annähernd alle Dörfer auf Streymoy beschreiben können, sondern mußte eine Auswahl treffen.


Torshavn

Torshavn ist die Hauptstadt der Färöer. Sie hat ca. 15300 Einwohner, doppelt soviel wie noch 1960. Es leben also ca. 1/3 aller Färinger dort. Die Stadt umfaßt inzwischen die beiden Dörfer Argir im Süden und Hoyvik im Norden.

Fast die gesamte Innenstadt (bis auf die Halbinsel Tinganes) ist relativ neu. Besonders zu erwähnen ist ein modernes Einkaufszentrum namens SMS, welches für färingische Verhältnisse einmalig ist. Die einzigen Hotels, die kontinentalen Standarts genügen, liegen in Torshavn: Das Hotel Hafnia in der Innenstadt, und das Hotel Føroyar etwas abseits auf einem Hang mit Blick über die Stadt auf die Insel Nolsoy.

Torshavn war früher lediglich der Thingplatz der Großen Things, bei dem Vertreter aller Inseln teilnahmen. Und es wurde als Hafen benutzt, da Kirkjubøur keinen eigenen besaß. Ab ca. 1600 wurde Torshavn Handelsplatz des Monopols. Es wohnten dort nun außer einigen Beamten noch Hafenarbeiter. Die Bevölkerung wuchs nur langsam.

Bis 1910 stieg die Bevölkerungszahl auf 2000 an, und Torshavn bekam Stadtrechte. 1927 wurde eine Hafenmole gebaut.

Es folgt nun ein Liste von einigen wichtigen Orten in Torshavn.

Tinganes

Der Tinganes Der Tinganes ist eine kleine Halbinsel zwischen den beiden Häfen von Torshavn. An dieser Stelle befand sich der Thingplatz der Inseln, und später dann das Parlament. So wurde z.B. an dieser Stelle im Jahre 999 durch den Thing das Christentum angenommen. (Färinger-Saga 30/31)
Ab 1600 baute das Handelsmonopol Gebäude auf den Tinganes. Die heutigen Gebäude stammen oft noch aus dem 17. und 18. Jahrhundert. In ihnen sind heute einige öffentliche Ämter und Regierungsgebäude untergebracht. Das Parlament liegt heutzutage allerdings nicht mehr dort.

Skansin

Dies ist eine kleine Schanze, die 1580 gebaut wurde, und die den Hafen gegen Piratenüberfälle schützen sollte. 1780 wurde sie erneuert und vergrößert. In den Jahren danach wurde sie mehrmals zerstört und wieder aufgebaut. 1940 war Skansin das Hauptquartier der britischen Besatzungstruppen. Aus dieser Zeit stammt auch noch eine Artilleriekanone. Weiter unten stehen einige ältere dänische Exemplare.
Nach dem Krieg wurde Skansin renoviert. Heute ist es ein eher idyllischer Ort mit eine ganz netten Aussicht auf die Stadt und die Umgebunng.

Bild der Schanze Skansin

Der Viðarlundin Park und Listaskalin

Dieser Park wurde anfang des Jahrhunderts angelegt. 1988 wurden 2/3 der Bäume durch einen Sturm entwurzelt. In ihm liegt das unvermeidliche Kriegerdenkmal. Abgesehen davon ist dies der einzige Ort auf den Färöern, wo eine Art Wald wächst. Aus diesem Grund gibt es hier auch einige Singvogelarten. Deutsche Urlauber werden allerdings kaum beeindruckt sein.
Innerhalb des Parks liegt das färöische Kunstmuseum, der Listaskalin, welches meist zeitgenössische föröische Kunst ausstellt. In der Nähe liegt auch die einzige katholische Kirche der Färöer.

Das Nordische Haus (Norðurlandahusið)

Dieses 1983 eingeweiht Gebäude dient zur Veranstaltung diverser touristischer events, wie z.B. Folklore-Veranstaltungen, färingisches Essen etc.. Das genaue Programm kann ebenda, in den Fremdenverkehrsämtern oder in den Hotels erfragt werden.

Vaglið

Dies ist ein Platz im Zentrum von Torshavn. An ihm liegt das Parlamentsgebäude, die Stadtverwaltung und ein sehr alter Buchladen. Von ihm führt die Fußgängerzone nach Norden.

SMS-Markt

Torshavn besitzt ein modernes Einkaufszentrum, in dem man beinahe vergessen kann, daß man sich nicht zu Hause befindet. Es ist in dieser Form einmalig auf den Inseln. Es gibt hier einen großen Lebensmittelsupermarkt, einige Boutiquen, einen Buchladen etc..

Kirkjubøur

Kirkjubøur liegt fast an der Südspitze von Streymoy. Da an dieser Stelle besonders viel Treibholz und Tang angespült wurde, war dieser Platz einer der begehrtesten Siedlungsplätze. Gegen 1100 brachte die Kirche diesen Ort in ihren Besitz und Kirkjubøur wurde das kirchliche und kulturelle Zentrum der Inseln.

Bis zur Reformation 1536 war Kirkjubøur Bischofssitz. Das entsprechende Gebäude, welches danach der "Königsbauerhof" wurde, ist erhalten geblieben und renoviert worden. Nach der Reformation verpachtete die dänische Krone das Land. Ein Teil des Gebäudes ist in ein Museum umgewandelt worden und kann besichtigt werden.

Außer dem Bischofssitz gibt es noch zwei andere mittelalterliche Gebäude in Kirkujubøur: Die Ruine des Doms und die Pfarrkirche. Die aus dem 12.Jh. stammende Kirche, in der auch noch heute Gottesdienste stattfinden, ist mehrmal umgebaut und renoviert worden. Ihr Inventar steht größtenteils in dänischen Museen.

Die Ruine des Doms geht auf ein gescheitertes Projekt des Bischofs Erlendur (Amtszeit 1269-1308) zurück. Dieser ließ mit dem Bau der der Kathedrale, welche das einzige größere sakrale Bauwerk (in gotischem Stil) der Inseln werden sollte, beginnen. Hierzu erhöhte er die Abgaben, hatte aber offensichtlich die finanzielle Situation der Inselbewohner falsch eingeschätzt.

Die "Mus-Saga" berichtet, daß sich unter der Führung der heidnischen Akraberg-Bauern auf Suðuroy eine Opposition in der Bevölkerung gebildet hat. Die Aufständischen hätten den Bischof in Kirkjubøur angegriffen, und dieser sei auf den Turm des noch unvollendeten Doms geflüchtet. Dort sei er drei Tage und drei Nächte lang belagert worde, dann sei er heruntergefallen und erschlagen worden, und die Kirche sei angezündet worden.

Kirkjubøur

Das Bild zeigt die Pfarrkirche (im Vordergrund), den Bischofssitz (links) und die Ruine des Doms (in der Mitte im Hintergrund). Wegen der Lage zwischen dem Meer und den Bergen ist die Ruine nur schwer zu photographieren.

Die Sage übertreibt sicherlich maßlos. Fest steht jedoch, daß der Bau nie vollendet wurde, und daß sich Erlendur nach dem Scheitern dieses Projektes nie wieder auf den Färöern blicken ließ, um dem Unmut der Inselbewohner zu entgehen.

Das Dach und die Nordmauer dieser "Magnus-Kathedrale", welche nach dem Nationalheiligen der Orkney benannt werden sollte, wurden 1772 durch eine Lawine zerstört. Die Mauer wurde später wieder aufgebaut.

Heutzutage haben Kirkjubøur und das 4km weiter nördlich gelegene Velbastaður, in welchem ein sogar noch älterer Hof steht, zusammen ca. 180 Einwohner.

Im Norden von Velbastaður folgen noch zwei weitere kleinere Ortschaften: Syðradalur und Norðradalur.

Die Wanderung von Torshavn nach Kirkjubøur eignet sich gut als Eingewöhnungswanderung, da der Pfad relativ gut erkennbar ist. Man beachte jedoch, daß der Anfang des weiter südlich verlaufende Wegs, der auf der Karte eingezeichnet ist, durch eine Lawine verschüttet wurde, und er deshalb nicht mehr einfach zu finden ist. Ich selber weiß nicht einmal, ob er existiert, da bei meiner Rückwanderung Nebel war und ich nach Kompaß zurückgehen mußte.


Saksun und Hvalvik

Saksun

Saksun ist ein winziges Dorf im Nordwesten der Insel, welches recht malerisch am Ende eines 11km langen Tales, des Saksunardalur an einer Lagune liegt. Saksun ist ein touristes Muß - einer der ganz wenigen Orte, wo sogar Busse mit Touristen hinfahren. Der Linienbus dagegen fährt nur sommers zweimal pro Tag.

Mit einer Bevölkerung von ca. 30 Leuten gehört Saksun zu den kleinsten Orten auf Streymoy. Auf jeden entfallen in den Gemeindegrenzen damit 1km2. Im Ort gibt es einen alten Hof, den man als Museum besichtigen kann.

Von Saksun gibt es folgende Anekdote: In früheren Zeiten stand hier nur ein einziges Gehöft, in dem eine Bauernfamilie mit Knechten und Mägden lebte. Die Große Pest 1350 überlebte einzig eine Dienstmagd. Diese forderte nun vor dem lokalen Thing den Hof für sich. Der Thing stimmte unter der Bedingung zu, daß sie vorher heiraten müsse, aber das war unter diesen Umständen nun kein Problem mehr.

Am anderen Ende des Saksundalur, an der Ostküste von Streymoy in einer kleinen Bucht liegen die beiden Dörfer Hvalvik und Streymnes. Diese haben eine Bevölkerung von ca. 300 Leuten. In Hvalvik steht die älteste Holzkirche der Färöer von 1829. Abgesehen davon soll es hier noch ein kleines Wäldchen geben.

Das Saksunadalur ist zwar 11km lang, liegt an seiner höchsten Stelle jedoch nur ca. 75m über dem Meeresspiegel.



Tjørnuvik

Tjørnuvik ist die nördlicheste Siedlung auf Streymoy. Einige Kilometer weiter im Süden liegt noch Haldarsvik. Die beiden Orte haben zusammen eine Bevölkerung von ca. 280 Leuten. Auch Tjørnuvik ist ein touristisches Muß. Es liegt malerisch in einer kleinen Bucht mit einem Sandstrand. Von hier aus hat man den besten Blick auf die beiden Felsen Risin und Kellingin.

Risin und Kellingin von Tjørnuvik aus

Diese beiden Felsnadeln, die man auf dem Bild links von Kap Eiðiskollur sieht, sind in Wirklichkeit ca. 70m hoch. Der Sage nach handelt es sich um ein Troll-Paar. Zu einer Zeit nämlich, als die Färöer noch nicht fest am Meeresgrund verankert waren, sondern noch frei auf den Wellen trieben, herrschte in Island eine große Hungersnot. Da es auf den Färöern noch etwas zu essen gab, wollten die beiden Trolle die Färöer nach Nordwesten nach Island ziehen. Doch eines Tages vergaßen sie im Eifer des Gefechts, sich bei Sonnenaufgang in Sicherheit zu bringen und erstarrten zu Stein. Angeblich hatte Kellinging, das "Trollweib", bis Anfang des Jahrhunderts einen dicken Bauch, der dann allerdings abgefallen ist.

Tjørnuvik liegt derart eingekesselt zwischen hohen Bergen, daß, obwohl die Färöer noch weit entfernt vom Polarkries liegen, die Sonne im Winter vier Monate lang nicht daraufscheinen kann.

In Haldarsvik steht eine achteckige Kirche in typisch färingischem Stil.



Vestmanna

Vestmanna hat den besten Hafen auf den ganzen Färöern. Diese kleine Stadt liegt nämlich in einer Bucht, die sich in den Sund zwischen Streymoy und Vagar öffnet. Früher hieß der Ort Vestmannahavn. Der Name (Hafen der Männer aus dem Westen, Kelten) könnte andeuten, daß der Ort schon vor Ankunft der Wikinger besiedelt war.

Heute hat der Ort ca. 1150 Einwohner und ist eine typisch färingische größere Stadt. Die Fähre von Vagar legt hier an.

Von Vestmanna starten im Sommer Bootsausflüge zu einigen spektakulären Klippen in der Nähe. Vestmann eignet sich auch gut als Ausgangspunkt für Wanderungen auf Streymoy.


Kvivik

Kvivik

Kirche in Kvivik

Auch Kvivik gehört zu den ältesten Siedlungen auf den Färöern. 1942 hat man dort die Reste eines wikingischen Langhofs aus dem 10. oder 11. Jh. freigelegt. Die dabei gefundenen Gebrauchsgegenstände kann man im Museum in Torshavn besichtigen.

Heute hat Kvivik ca. 570 Einwohner.



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