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Die Färinger-Saga ist wahrscheinlich in Island entstanden. Offensichtlich bezieht sie sich auf einen färingischen Text, der nicht überliefert ist. Hierauf deuten u.a. Anfangssätze wir "In der Sage werden drei Männer genannt...". Der erste Verfasser der Färinger-Saga scheint sogar niemals auf den Inseln gewesen zu sein, da er die Inseln Skuvoy und Stora Dimun verwechselt.
Die Saga entstand vermutlich zwischen 1210 und 1215. Carl Christian Rafn sammelte die Einzelkapitel 1832 aus den diversen isländischen Sagas zusammen. Die Färinger-Saga ist in 61 Kapitel geteilt, die sich zum größten Teil mit dem Streit der beiden Häuptlinge Trond von Göte und Sigmund beschäftigen.
Die Sage beginnt mit der Besiedlung der Färöer durch Grimur Kamban. Später kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen den mächtigsten Häuptlingen der Insel. Sigmund und Thorer, die Söhne der Brüder Brester und Beiner, werden nach der Ermordung ihrer Väter als Sklaven nach Norwegen geschickt.
Dort werden sie bald vom Sklaventum befreit und finden Schutz bei Jarlen Hakon. Dieser schickt Sigmund zunächst auf Wikingerzüge nach Osten und nach England, und schließlich jeden Sommer auf die Färöer, wo er für ihn Steuern eintreiben soll. Sigmund rächte auf den Inseln den Tod seines Vaters und brachte Jarlon die Steuern nach Norwegen.
Jarls Nachfolger Olaf Tryggveson beauftragt Sigmund mit der Christianisierung der Färöer. Am Ende wird Sigmund getötet.
(1) Grimur Kramban hieß der erste Siedler auf den Färöern. Er floh wie viel weitere vor der Herrschsucht des Königs Harald Haarfeger. Unter den Siedlern war auch Aud der Steinreiche. Dieser heiratete Thorsten Röds Tochter Olöf. Von ihr stammt die vornehmste Familie auf den Färöern ab, die sog. Götesjeggjar. Sie lebten auf Eysturoy.
(2) Auf Eysturoy lebte ein Mann namens Thorbjörn. Seine Frau hieß
Gudrun. Sie hatten zwei Söhne, Thorlak, der ältere, und Trond der
jüngere. Als Thorbjörn starb teilten seine Söhne das Erbe. Da aber beide den
großen Hof haben wollten, losten sie um diesen, und Trond gewann. Thorlak
verließ daraufhin den Ort Göte.
Trond verlangte für sein Land die höchste Pacht, die er bekommen konnte. Im
nächsten Sommer segelte er mit anderen Kaufleuten nach Helsingör in Dänemark,
wo zu der Zeit Harald Gormson, der Blauzahn, herrschte. Dort war ein
Jahrmarkt.
Unter den Gefolgsleuten des Königs waren zwei namens Sigurd und Harek. Sie
wollten den besten und größten Goldring kaufen, den sie finden konnten. Im
Zelt eines Mannes namens Holmgeir der Reiche fanden sie so einen Ring. Da sie
das erforderliche Silber nicht sofort anschaffen konnte, baten sie ihn, bis
zum Morgen zu warten.
(3) Am nächsten Morgen verließ Sigurd das Zelt. Wenig später kommt
er and die Zeltöffnung und will das Geld für den Handel haben. Harek gibt es
durch Zeltöffnung.
Wenig später kommt Sigurd zurück und will das Silber haben, da der Handel
nun perfekt sei. Harek sagt: "Ich gab es dir soeben." Sie bringen diese
Geschichte vor den König. Der und andere glauben, daß die beiden Brüder
bestohlen worden sind. Der König verbietet allen Schiffen, den Hafen zu
verlassen, bis der Fall geklärt ist.
Da aber die meisten Leute abreisen wollen, schlägt Trond vor, einen Ratschlag
gegen Bezahlung zu geben. Die Männer zahlen vorerst die Hälfte des von Trond
verlangten Preises.
Am nächsten Morgen hält der König ein Gericht ab. Trond schlägt vor, daß
jeder der Anwesenden dem König soviel Geld geben soll, wie der König
verlangt. Hiervon soll der Schaden bezahlt werden, und den Rest soll der
König behalten. Da die Kaufleute dadurch, daß sie nicht weiterreisen konnten,
Schaden erleiden, findet der Vorschlag Zustimmung. Es wurde viel Geld
gesammelt, den Brüdern wurde der Schaden ersetzt und die Schiffe konnten den
Anker lichten.
(4) Auf Suderoy lebte ein Mann namens Hafgrim, der über die Hälfte
der Insel herrschte. Er war jähzornig und nicht sehr gebildet. Er hatte eine
Frau Gudrid, eine Tochter Snäulfs. Bei ihm war ein Mann namens Einar der
Suderöer, und einer namens Eldjarn Kambött, welcher verrückt, bösartig, faul
usw. war.
Auf Skuvoy lebten zwei Brüder namens Brester und Beiner, Söhne Sigmunds,
welcher Onkel Tronds war. Diese waren Hofleute von Hakon Jarl, welcher damals
in Trondheim herrschte. Die beiden waren zwar nicht verheiratet, hatten aber
Beischläferinnen namens Cecilia und Thora. Brester hatte einen Sohne Sigmund,
und Beiner einen Sohn Thorer. Auch über die Insel Store Dimun herrschten die
beiden Brüder.
Auf Sandoy lebte Hafgrims Schwager Snäulf, der von den Nordenglischen Inseln
kam und von dort wegen Mordes und anderen Untaten fliehen mußte. Snäulf war
übel und hart im Umgang.
(5) Auf Svinoy lebte ein Mann namens Bjarne, der Svinoy-Bjarne
genannt wurde. Er war ein Mutterbruder von Trond, und ein heimtückischer
listiger Mensch.
Die Thingstätte der Färöer liegt auf der Insel Streymoy an einem Hafen, den
sie Torshavn nennen.
Im Herbst saßen Einar Süderöer und Eldjarn Kambhött an Hafgrims Opferfeuer in
Hov, denn damals waren noch alle Färöer Heiden. Einar rühmte seine Verwandten
Brester und Beiner, während Eldjarn Hafgrim für besser hält. Die beiden
fingen an zu streiten und schließlich schlägt Eldjarn Einar mit einem Stück
Holz und dieser wiederum schlägt Eldjarn mit einer Axt bewußtlos.
Hafgrim schickt danach Einar nach Skuvoy. Dort nahmen ihn die Brüder
freundlich auf. Im Winter kommt Hafgrim nach Skuvoy und fragt, wie die Brüder
den Schaden wieder gutmachen wollen. Brester will den Fall vor das Gericht
bringen, aber Hafgrim meint: "Es wird keine Schlichtung geben, solange ich
nicht allein walten kann."
Beide Parteien fahren zum Ting nach Streymoy, wo Brester behauptet, Eldjarn
hätte den Hausfrieden gebrochen. Eldjarn wird aus dem Lande
verwiesen. Hafgrim ist darüber wütend und will dies rächen.
(6)Bald darauf fährt Hafgrim mit sechs Männern und seiner Frau
Gudrid nach Sandoy, wo der Vater seiner Frau, Snäulf, wohnt. Sie finden
jedoch keinen Menschen, bleiben jedoch über Nacht. Am Morgen kommt ein Boot
mit Snäulf und vielen Leuten angerudert.
Snäulf und Hafgrim bekommen Streit wegen der Sache mit Brester und
Beiner. Snäulf wirft einen Speer nach Hafgrim, den dieser jedoch mit dem
Schild abweht. Hafgrim segelt daraufhin wieder nach Hause.
Hafgrim hatte einen Sohn namens Össur, der neun Jahre alt war, wie sich dies
ereignete.
Nach einige Zeit segelt Hafgrim nach Eysturoy zu Trond und bittet ihn um
Hilfe, die beiden Brüder anzugreifen. Trond läßt sich seine Hilfe bezahlen
und fordert außerdem, daß Hafgrim Bjarne von Svinoy dafür gewinnen
kann. Hafgrim segelt daraufhin nach Svinoy. Bjarne will aber an dem Überfall
nicht teilnehmen, sofern er nicht aus eine Bezahlung bekommt. Hafgrim ist mit
seinem Preis einverstanden und segelt wieder nach Hause.
(7) Bresters und Beiners Söhne Sigmund und Thorer waren 9 und 11
Jahre alt, als folgendes geschah. Die beiden Brüder fuhren mit ihren Söhnen
zur Insel Litla Dimun, um die Schafe zu holen, die zur Schlachtung bestimmt
waren.
Als sie wieder nach Store Dimun zurücksegelten, sahen sie die drei Schiffe
von Hafgrim, Trond und Bjarne, besetzt mit je 12 Männern. Die Brüder
erreichen jedoch noch eine Klippe der Insel, die sie gut verteidigen
können. Hafgrim und Brester töten sich gegenseitig. Beiner wird trotz
tapferer Wehr schließlich getötet.
Nachdem dies geschehen ist, will Trond die beiden Knaben töten lassen,
wogegen aber Bjarne spricht. Trond meint, er habe das nur im Scherz gesagt,
und nimmt die beiden mit zu sich nach Göte.
Hafgrim wird in Suderoy begraben, und Brester und Beiner auf Skuvoy.
(8) Im Sommer kommt ein Schiff aus Norwegen. Sein Schiffsführer hieß Rafn. Nachdem seine Geschäfte in Torshavn abgeschlossen sind, bietet Trond diesem zwei Sklavenjungen an. Rafn erkennt sie als Sigmund und Thorer und will sie nicht nehmen. Aber nachdem Trond zwei Mark Silber zahlt, nimmt Rafn sie mit nach Norwegen.
(9) Im Frühling gibt Rafn Sigmund und Thorer das Geld, welches er
von Trond erhalten hat und läßt sie gehen.
Trond bemächtigte sich inzwischen allen Besitzes von Brester und Beiner und
wurde Herr über die Färöer. Den Sohn von Hafgrim, Össur Hafgrimson, nahm er
zu sich.
(10) In Norwegen war nun Hakon Jarl König.
Sigmund und Thorer blieben noch zwei Jahre in Vigen. Dann war ihr Geld
aufgebraucht. Sigmund war zu der Zeit 12, Thorer 14 Jahre alt. Sie
beschlossen, Hakon Jarl zu besuchen, denn ihr Vater hatte diesem gedient. Auf
dem Weg verirren sie sich im Winter im Gebirge und bleiben mehrere Tage ohne
Nahrung im Freien liegen. Am Ende trägt Sigmund Thorer noch ein Stück weiter
und die beiden finden einen kleinen Hof, den sie betreten.
In der Stube fanden sie zwei Frauen, eine ältere und eine ganz junge vor. Die
beiden nehmen sich der Jungen an, geben ihnen etwas zu essen und betteten
sie. Der Bauer, der am Abend zurückkommt, ist nicht erfreut, bietet aber den
beiden Jungen an, daß sie so lange bleiben, wie sie wollen, da die Frauen
gesagt hätten, daß sie es gerne so wollten.
(11) Der Bauer hieß Ulf, seine Frau Ragnhild und seine Tochter Thuride. Sigmund und Thorer bleiben den Winter bei ihm, da sein Hof weitab jedes Weges lag. Nach dem Winter bietet Ulf ihnen an, daß sie bei ihm aufwachsen könnten. Nur den nahen Wald sollten sie nicht betreten.
(12) Sigmund und Thorer wachsen auf. Als sie 15 und 17 Jahre alt
waren, wird Sigmund neugierig, warum sie nicht in den Wald gehen sollen, und
sie tun genau dies. Im Wald treffen sie auf einen großen Bären, vor dem sie
davonlaufen. An einer Stelle, wo der Pfad so schmal wird, daß der Bär kaum
hindurchpaßt, kann Sigmund den Bär mit der Holzaxt, die er mitgenommen hat,
erschlagen. Die beiden Brüder richteten den Bär auf, so daß seine Leicht
aufrecht stand. Dann gingen sie nach Hause.
Als der Bauer Ulf das erfährt, daß der Bär die beiden gejagt hat, macht er
sich auf, diesen zu erjagen, was er bisher nicht gewagt hatte. Nachdem er
merkte, daß das Tier schon tot war, hatte er noch mehr Achtung von
Sigmund.
(13) Als die beiden Brüder 18 und 20 Jahre alt waren, sagten sie
ihrem Ziehvater, daß sie nun wegziehen wollten. Ulf begrüßt dies, läßt ihnen
neue Kleider anfertigen und rüstet sie für die Reise aus.
Ulf möchte nun wissen, wen er eigentlich großgezogen hat, und die beiden
Brüder erzählen ihm ihr Leben. Sie beten Ulf nun, aus seinem Leben zu
erzählen, und dies macht Ulf:
(14) "Es lebte im Hinterland einmal ein reicher Bauer namens
Thoralf. Er hatte eine Frau namens Idun und eine Tochter namens
Ragnhild. Nicht weit weg von ihm wohnte ein Bauer namens Steingrim. Seine
Frau hieß Thora und sein Sohn Thorkel. Thorkel war ein ausgezeichneter Jäger
und Bogenschütze.
Thorkel und Thoralf beschließen, um Ragnhild zu werben. Thoralf lehnt dies
jedoch ab, da er seine Tochter einer vornehmeren Partei zugedacht hat."
(15) "Kurze Zeit später zog Thoralf wegen Amtsgeschäften über Nacht
weg. Thorkel und einige Begleiter rauben Ragnhild. Steingrim bittet ihn,
Ragnhild wieder zurückzubringen, was Thorkel aber nicht will. Er versteckt
sich mit 12 anderen in den Wäldern.
Als Thorals nach Hause kommt, macht er sich sogleich mit einer Hundertschaft
auf, seine Tochter zu suchen. Thoralf und noch 30 Mann finden Thorkel und
seine Begleiter und greifen sie sofort an. Am Ende sind 12 und 7 Leute tot,
und die anderen verletzt. Raghild bringt ihren Vater nach Hause, wo er aber
an seinen Verletzungen stirbt. Thorkel ist nur leicht verletzt, aber den
meisten anderen geht es nicht so gut."
(16) "Nach diesen Geschehnissen wird ein Thing einberufen, der
Thorkel außer Landes verweist. Sein Vater beschreibt ihm eine Höhle, in der
er sich versteckt, als nach ihm gesucht wird. Nach einiger Zeit entführt er
Ragnhild, und seitdem lebt er mit ihr hier in den Wäldern." Der Bauer Ulf war
also ebenjener Thorkel.
Sigmund sagt Thorkel, daß seine Tochter Thuride von ihm schwanger ist, was
dieser aber schon wußte, und daß er sie mit keinem anderen verheiraten
soll. Sigmund und Thorer machen sich nun auf den Weg und kommen nach Lade zu
Hakon Jarl. Hakon Jarl ist sich nicht sicher, ob sie wirklich die Söhne
Brester und Beiner sind, bewirtet sie jedoch. Aber sie müßten ihr Geschlecht
durch Taten beweisen.
(17)
Sigmung bittet letzendliche Hakon Jarl, daß er auf einen Kriegszug (Viking)
gehen dürfe, damit er entweder Ehre oder den Tod finden könne. Als der Winter
vorbei ist gibt Hakon Jarl Sigmund ein Langschiff mit vierzig Männern,
allerdings keine ausgesuchte Besatzung, da die meisten einem Ausländer und
Fremden nicht folgen wollen.
Hakon Jarls Sohn Jarl Erich Hakonson gibt ihm ein zweites Schiff mit vierzig
Mann Besatzung, welches vortrefflich ausgerüstet ist. Der andere Sohn Hakon
Jarls, Svein, gibt ihm ein drittes Schiff, welches mit seinen eigenen Leuten
besetzt ist.
(18) Sigmund segelt nun mit seinen Leuten den Sommer lang umher,
ohne größere Beute zu machen, da er keine stark bewaffneten Kaufleute
angreifen will.
Am Sommerende kommt er zu den Götefluß-Schären, wo er fünf große
Wikingerschiffe, darunter einen Drachen liegen sieht. Er beschließt, nicht
ohne Kampf mit diesen wieder abzuziehen. Sigmund plaziert seine Schiffe so in
einer Enge, daß nicht alle fünf anderen Schiffe gleichzeitig angreifen
können. Der Führer des Drachenschiffs, einer namens Randver, läßt Sigmund
sofort mit drei Schiffen angreifen. Nach einem langen und heftien Kampf
gewinnt Sigmund die Kontrolle über die fünf Schiffe und macht reichlich
Beute. 30 Leute sind auf seiner Seite gefallen. Dann kehrt er zu Hakon Jarl,
wo er nun ein angesehener Mann ist.
(19) Im Frühjahr gibt Hakon Jarl Sigmund den Auftrag, einen
Kriegszug nach Schweden zu unternehmen. Sigmund befehligte nun fünf Schiffe
und 300 Mann. Sie plündern sie Südküste Schwedens. Einmal werden sie von
einem Landheer von den Schiffen abgeschnitten, welches sie aber, obwohl sie
in Unterzahl sind, besiegen können.
Der schwedische König schickt nun zwei Brüder namens Vandil und Adil, welche
acht Schiffe und zwei Drachen besitzen, aus, um Sigmund und Thorer zu
töten. Auf einer Insel vor der schwedischen Küste treffen die beiden Parteien
aufeinandern.
(20) Es entbrennt ein heftiger Kampf. Aber als Sigmund Vandil erschlägt, flieht Adil mit seinen Schiffen, und Sigmund kann einen Drachen und vier andere Schiffe erobern. Mit dieser Beute kehrt er zu Hakon Jarl zurück. Dort verbringen Sigmund und Thorer den Winter.
(21) Im Frühjahr schickt Hakon Jarl Sigmund aus, um einen Mann
namens Harald Jernhaus (Eisenhaus) auf den Orkney zu töten. Sigmund und
Thorer befehligen nun über acht Schiffe und zwei Drachen. Gegen Ende des
Sommers treffen sie auf die Schiffe von Harald Jernhaus, zehn Stück, darunter
ein Drache. Sie verabreden für den nächsten Tag einen Kampf.
Sie kämpfen den ganzen Tag bis es dunkel wird. Dann verabreden sie, den Kampf
am nächsten Tag fortzuführen. Am nächsten Tag jedoch schlägt Harald vor, sich
zu versöhnen. Sigmund will zunächst nicht, da er ja geschickt wurde, um
Haralds Kopf zu holen. Nach langen Beratungen jedoch versöhnen sie sich. Sie
ziehen nun zusammen weiter, legen ihre Beute zusammen, und nur wenige können
ihnen Widerstand leisten.
Im Herbst will Sigmund wieder nach Norwegen ziehen. Harald will zunächst
nicht mit. Aber dann vertraut er auf Sigmund und kommt mit. Sigmund geht vor
zu Hakon Jarl und bittet diesen, Harald Vergebung zu schenken. Hakon Jarl
wird jedoch wütend und verlangt weiterhin den Tod Haralds Jernhaus. Daraufhin
sagt Sigmund, daß er dann Hakon Jarl nicht länger dienen wollte, und verläßt
die Stube.
Da Hakon Jarl Sigmund nicht verlieren will, läßt er ihn zurückholen und
erklärt sich mit einer Schlichtung mit Harald Jernhaus doch noch
einverstanden. Harald mißtraut dem Angebot zwar, kommt aber schließlich doch
an Hakons Hof, und die Schlichtung wird abgemacht. Danach segelt Harald
wieder weg, Sigmund bleibt den Winter bei Hakon.
(22) Auf den Färöern zieht Trond Össur, den Sohn von Hafgrim, auf,
verheiratet ihn. Sie teilen die Inseln unter sich auf. Össur bekommt den Hof
seines Vaters in Hov, einen auf Skuvoy und auf Stora Dimun. Er läßt Skuvoy
befestigen.
Niemand auf den Inseln war so reich wie Trond, denn er war viel schlauer als
Össur.
(23) Sigmund sagt nun zu Hakon Jarl, daß er nun auf die Färöer
fahren will, um den Tod seines Vaters zu rächen. Hakon Jarl sagt ihm, daß das
Meer dort schwer zu befahren ist, und daß er keine Langschiffe nehmen
könne. Er läßt ihm zwei große Kaufmannsschiffe bauen.
Vor der Abfahrt gehen die beiden zu einem heidnischen Orakel. Hierbei bekommt
Jarl als gutes Zeichen einen Goldring, den er Sigmund gibt.
Als die beiden Schiffe jedoch in die Nähe der Inseln kommen, werden sie durch
einen Sturm getrennt und treiben einige Tage umher. Auf dem einen Schiff
befinden sich Sigmund und Harald Jernaus, auf dem anderen Thorer.
(24) Sigmung und sein Schiff werden nach Eysturoy getrieben, können
dort jedoch wegen dem Sturm nicht anlegen. Sie erreichen aber bei
Tagesanbruch Svinoy, wo Sigmund sofort den Hof von Svinoy Bjarne stürmen
läßt. Sigmunds Leute reißen Bjarne aus dem Bett. Aber Bjarne erinnert Simung
daran, daß er ihm sein Leben zu verdanken haben. Deshalb tötet Sigmund ihn
nicht, aber er verlangt, daß er ihm bei der Eroberung Skuvoys hilft, womit
Bjarne auch einverstanden ist.
Bjarne gibt ihnen 50 Mann Gefolge. Sie fahren in der nächsten Nacht nach
Skuvoy, wo an der Schanze ein Kampf entbrennt. Sigmund gelingt es, an einer
schwachen Stelle auf die Schanze zu klettern, wo sich ihm Össur
entgegenstellt. Sigmund erschlägt Össur und springt dann die Schanze wieder
hinunter. Össurs Leute ergeben sich daraufhin.
Thorer wurde indessen nach Suduroy getrieben, wo er auf Sigmund
wartete. Nachdem all dies geschehen ist, wird zwischen Sigmund und Trond über
eine Schlichtung verhandelt. Trond bietet an, daß ganz allein Sigmund über
die Schlichtung entscheidet. Sigmund will jedoch Hakon Jarl entscheiden
lassen. Sie einigen sich, im Sommer gemeinsam nach Norwegen zu segeln
Sigmund blieb im Winter auf Skuvoy. Trond und Sigmund rüsten beiden ein
Schiff aus. Im Sommer segelt Sigmund nach Norwegen. Trond jedoch kommt
nicht. Am Ende des Sommers kommt ein Schiff von den Färöern, dessen Besatzung
berichtet, daß Tronds Schiff durch Wind und Strömung zurückgetrieben worden
und beschädigt worden sei, und so bald nicht mehr in See stechen könne.
(25) Sigmund und Hakon Jarl beschließen, die Schlichtung in
Abwesenheit Tronds zu machen und Hakon spricht Sigmund ein großes Sühnegeld
zu. Den Winter über bleibt Sigmund in Norwegen, dann fährt er wieder auf die
Färöer, wo ein Ting einberufen wird, auf dem Trond die Schlichtung annehmen
oder ablehnen soll.
Nach kurzem Zögern nimmt Trond die Schlichtung an. Der Ting erhöht aber wegen
der großen Summe die Zahlungsfrist von einem auf drei Jahre. Trond nimmt Leif
Össurson, den Sohn von Össur bei sich auf. Im Sommer fährt Sigmund wieder zu
Jarl und bringt ihm seine Steuern.
(26) Im Sommer darauf trägt Sigmund Thorkels Anliegen vor
Jarl. Thorkels Tochter Thuride hatte nun eine Tochter Sigmund namens
Tora. Hakon gab Thorkel einen Bezirk, den er regieren soll. Sigmund wirbt nun
um Thuride und sie heiraten. Thorkel wird Hakons Hofmann. Im Herbst zieht
Sigmund mit seiner Frau und seiner Tochter auf die Färöer.
Dort fordert er das zweite Drittel der Bazahlung von Trond. Trond bittet ihn,
ihm einen Teil der Schuld für Leif Össurson, dessen Vater Sigmund getötet
hat, zu erlassen. Sigmund willigt aber nicht ein. Trond zahl widerwillig das
zweite Drittel. Sigmund bringt in diesem Jahr wieder die Steuern zu
Hakon.
Während der ganzen Zeit vermittelt Bjarn immer zwischen Trond und Sigmund,
ansonsten wäre es nicht gutgegangen. Sigmund segelt wieder zu Jarl und bleibt
den Winter über dort.
(27) Im Winter wird Hakon Jarl von den Jomswikingern angegriffen. Sigmund und Thorer helfen ihm bei der Verteidung. Im Frühjahr segeln sie zurück auf die Färöer.
(28) Nun geht die Geschichte in dem Jahr weiter, als Norwegen christianisiert wird.
(29) Sigmund fährt gegen Ende des Sommers zu König Olaf Tryggveson und dieser bittet ihn, den christlichen Glauben anzunehmen, was dieser auch macht, da er schon länger eingesehen hatte, daß es nicht gut sei, den Abgöttern zu opfern. Sigmund blieb den Winter über bei König Olaf.
(30) Schließlich gibt König Olaf Sigmund den Auftrag, die Färöer zu christianisieren. Sigmund segelt zu den Färöern und beruft dort einen Ting ein. Er versucht die Bauern davon zu überzeugen, sich taufen zu lassen. Doch Trond spricht dagegen und tut dies so klug, daß Sigmunds Anliegen abgelehnt wird. Da Sigmund nicht genügend Leute hat, um es gegen alle anderen aufzunehmen, gibt er sein Vorhaben für diesmal auf. Sigmund geht zurück auf die Insel Skuvoy und verbringt dort den Winter.
(31) Irgendwann im Herbst überfällt Sigmund den Hof Göte von Trond
und zwingt Trond mit der Axt in der Hand, sich taufen zu lassen. Sigmund
christianisiert daraufhin die ganzen Färöer.
Im Sommer will Sigmund die Steuern und Trond zu König Olaf bringen. Trond
bittet, von dieser Reise befreit zu werden, was ihm aber nicht gewährt
wird. Das Schiff kommt jedoch in einen Sturm und wird gegen die Färöer
zurückgetrieben. Das Schiff sinkt und alle Güter gehen verloren, alle Männer
werden gerettet.
Auch das zweite Schiff, welches Sigmund nun mit eigenen Gütern beladen läßt,
wird zurückgetrieben und strandet an den Färöern. Trond behauptet, daß es so
weiter gehen wird, solange er gegen seinen Willen mitfahren muß.
Den Winter über geschieht nichts merkwürdiges auf den Färöern
(32) Im nächsten Jahr fährt Sigmund ohne Trond zu König Olaf und bringt ihm seine Steuern.
(33) Im Herbst veranstaltet König Olaf einen sportlichen Wettkampf und dann ein Gelage. Dabei sieht er den Goldring, den Hakon Jarl Sigmund gegeben hat. Er bittet Sigmund, diesen gegen einen nicht weniger wertvollen einzutauschen, was Sigmund aber ablehnt. König Olaf ist nämlich geweissagt worden, daß Sigmung wegen dieses Ringes getötet werden wird, was dann auch geschah.
(34) Die Nachfolger von Olaf Tryggveson, die Jarle Svend und Erik machen Sigmund auch zu ihrem Hofmann.
(35) Bei Trond in Göte wuchsen folgende Leute auf: Sigurd, ein Sohn
Thorlaks, des Bruders von Trond, Thord der Niedrige, sein Bruder, und Gaut
der Rote, ein Schwesternsohn Tronds. Sigmund und Thuride hatten eine Tochter
Thora und Söhne namens Thoralf, Steingrim und Hjere.
Es gibt einen Thing, bei dem Trond Sigmund abermals bittet, Bußgelder an
Össur Hafgrimson zu zahlen, was dieser abermals ablehnt. Trond meint
daraufhin, daß vielleicht seine Verwandten denken, daß Sigmund ein
ungerechter Mann sei und die Herrschaft nicht verdiene. Sigmund sagt, daß ihn
Trond Drohungen nicht beunruhigen. Und so trennen sie sich für diesesmal.
(36) Bald darauf überfällt Trond mit einigen anderen Sigmund, Thorer
und Einar Suderoybo auf der Insel Litla Dimun. Sigmund kann sich jedoch an
einer Steilstufe, auf der nur ein Mann Platz hat verteidigen, während die
beiden anderen an einer anderen Stelle der Insel die beiden Schiffe, mit
denen Trond gekommen war, kapern. Auf diese Weise können sie fliehen, während
Trond und seine Leute auf der Insel bleiben.
Trond entfacht ein Notfeuer, woraufhin er von seinen Leuten nach Göte geholt
wird, bevor Sigmund Verstärkung geholt hatte.
(37) Später im Sommer versucht Trond, Sigmund Schiff mit einem
Schiff zu kapern. Auch das mißlingt und Tronds Schiff kentern und fünf Leute
ertrinken. Als das geschah ließ Sigmund die anderen am Leben, weil er sie
lieber beschämen als töten wollte.
Trond sieht, daß Sigmund nun unvorsichtig geworden ist, und er und Sigurd
Thorlakson wollen nicht eher ruhen, als bis Sigmund tot ist.
(38) Als der Winter nahte, fuhr Trond mit 60
Leuten los, um Sigmund in seine Gewalt zu bekommen. Unter diesen waren Leif
Össurson, Sigurt Thorlakson, Thord Lave, Gaut Rote, Steingrim, ein Bauer aus
Eysturoy und Eldjarn Kambhött. Sie fuhren nach Skuvoy, von der es heißt daß
sie uneinnehmbar ist, wenn sie von mehr als 10 Leuten verteidigt wird.
Eldjar Kambhött stieg als erster die Felsen hinauf und traf auf Sigmunds
Wächter. Die beiden kämpften miteinander und stürzten von den Klippen.
Dann griff Trond das Haus von Sigmund an, welches er anzünden ließ. Während
Sigmunds Leute und seine Frau mit den Männern von Trond kämpften, entkamen
Sigmund, Thorer und Einar durch eine Felsschlucht, die einmal quer über die
Insel läuft.
Trond und seine Leute teilten sich auf, um Sigmund zu finden. Inzwischen war
es ganz dunkel geworden. Nachdem Sigmund Steingrim getötet hat, mußte er mit
seinen beiden Begleitern bis an das Ende der Schlucht fliehen, wo sich
schließlich auch alle Leute Tronds sammeln.
Da Sigmund sein Schwert verloren hat und sich nicht mehr verteidigen kann,
springen die drei über die Klippen ins Meer und schwimmen weg. Trond sucht
sie von den Schiffen aus, findet sie aber nicht mehr.
(39) Nachdem Sigmund, Einar und Thorer einige Zeit
geschwommen waren, kann Einar nicht mehr weiterschwimmen. Sigmund legt ihn
auf seine Schultern und schwimmt weiter. Nach einiger Zeit stirbt Einar
trotzdem und Sigmund läßt ihn los.
Nachdem sie drei Viertel der Strecke nach Suðuroy zurückgelegt haben,
kann auch Thorer nicht mehr weiterschwimmen, und Sigmund nimmt nun ihn auf
die Schultern und schwimmt weiter.
Schließlich erreicht Sigmund Suðuroy. Dort ist er so erschöpft, daß die
Wellen Thorer von seinen Schultern reißen und dieser ertrinkt. Sigmund kann
sich an Land schleppen und bleibt dort in einem Tanghaufen liegen.
In der Nähe lag ein kleiner Hof namens
Sandvig, in welchem ein Mann namens
Thorgrimm der Böse, und seine Söhne Ormstein und Thorstein lebten. Thorgrimm
findet Sigmund. Sigmund erzählt ihm, was passiert ist und bittet um
Hilfe. Thorgrimm erschlägt Sigmund aber mit seiner Axt, um in Besitz eines
Goldringes zu kommen, den Sigmund trug.
(40) Trond und seine Leute zogen wieder ab, und ab da verwaltete
Sigmunds Frau Thuride den Hof und kümmerte sich um die beiden Söhne. Trond
und Leif Össurson unterwarfen alle Färöer und herrschten über sie.
Trond kommt nun auf die Idee, Leif mit Sigmunds Tochter Thora zu
verheiraten. Die beiden fahren nach Skuvoy, verhandeln mit den Leuten dort
und werben um Thora. Thora willigt in die Heirat ein, wenn Leif schwört, daß
er ihren Vater nicht getötet hat, und wenn er denjenigen ausfindig macht, der
für den Tod verantwortlich ist. Trond und Leif sind einverstanden, und so
trennen sich alle wieder.
(41) Trond und Leif segeln mit zwölf anderen Männern nach
Suðuroy und werden von Thorgrimm empfangen. Auf die Frage nach Sigmund
und Thorers Tod, antwortet Thorgrimm, daß einige glauben, Trond hätte sie
erschlagen, andere, daß sie ertrunken seinen, und wieder andere, daß Sigmund
irgendwo an Land angekommen ist und heimlich ermordet wurde.
Das letzte hält Trond für am wahrscheinlichsten. Er läßt Thorgrimm und sein
Söhne fesseln und wartet. Nachdem er eine Zeitlang gesesseh hatte kam ein
Mann in die Stube: Einar Suðeroybo. Er streckte seine Hände über das
Feuer, dann verließ er das Haus. Etwas später erscheint Thorer. Auch er
streckt seine Hände über das Feuer und verläßt das Haus. Etwas später kommt
Sigmund in die Stube. Er war sehr blutig und trug einen Kopf in der Hand. Er
blieb einen Moment stehen, dann verläßt er das Haus wieder.
Trond schließt daraus, daß Einar ertrunken oder erfroren ist, ebenso Thorer,
und daß Sigmund erschlagen wurde. Er befiehlt seinen Leuten, alles zu
durchsuchen. Schließlich finden sie Sigmunds Goldring. Dies war der Ring, den
er von Hakon Jarl erhalten hatte.
Thorgrimm gesteht seine Tat und zeigt den Männern Sigmund und Thorers
Grab. Trond ließ Thorgrimm und seine Söhne mitnehmen. Sigmund und Thorer
begruben sie in der Kirche auf Skuvoy.
(42) Trond beruft einen Hauptthing auf dem Tinganes ein. Dort
gestehen Thorgrimm und seine Söhne ihre Tat und werden aufgehängt.
Trond und Leif warben nun um Thora Sigmundsdatter, und schließlich heiratet
sie Leif. Dieser lebte dann auf seinem Hof auf Suderoy.
Sigmunds Sohn Thoralf (Sigmundson) heiratete und wohnte auf Store Dimun.
(43) König Olaf machte sich alle Länder, die zu Norwegen gehören,
Island ausgenommen, abgabepflichtig. Im 9. Jahr seiner Regierung ließ er auch
die Färöer zu ihm kommen. Darunter waren Leif Össurson, Thoralf von Store
Dimun. Trond war kurz vor der Reise so krank geworden, daß er nicht fahren
konnte.
Als die Färöer erfahren, daß König Olaf auch von ihnen Steuern haben will,
dauert es einige Zeit, dann sind sie einverstanden. Sie werden Hofleute des
Königs und segeln wieder zurück zu den Färöern.
Der König läßt sofort ein Schiff ausrüsten, welches seine Steuern holen
soll. Aber dieses kommt nicht zurück und die Färöer zahlen keine Steuern. Es
wird gesagt, daß dieses Schiff nicht angekommen sein soll.
(44) Im nächsten Sommer schickt der König ein anderes Schiff. Doch auch von diesem hört man nichts mehr. Es wurde viel gerätselt, was mit diesen beiden Schiffen geschehen ist.
(45) Im Sommer darauf kommt eine Botschaft von König Olaf, daß einer
seiner Hofleute Leif, Thoralf oder Gille Lagmand zu ihm komme solle. Diese
bestimmen, daß Thoralf fahren solle. Trond läßt zur selben Zeit ein Schiff
mit Waren ausstatten, welches die ganze Zeit in Sichtweite zu Thoralf
fährt. Auf diesem sind Sigurt, Thord und Gaut.
In einer Nacht wird Thoralf, während er im Dunkeln seine Notdurft verrichtet,
hinterrücks umgebracht. König Olaf bestellt daraufhin einen Strafting ein
und läßt die Männer der beiden Schiffe laden. Der König beschuldigt Sigurt
Thorlakson und Thord, den Mord begangen zu haben, denn er glaubt, daß diese
seine Boten getötet haben, und dagegen waren, daß Thoralf ihm davon
berichtet.
Doch Sigurt verteidigt sich: Er legt einen Eid ab, daß er Thoralf nicht
getötet hat. Wenn er dies hätte machen wollen, so hätte er es sicherlich zu
Hause auf den Färöern gemacht. Auf Bitten des Volkes verschont der König
Sigurt vorerst, aber der Bischof soll am nächsten Tag die "Reinigungsprobe"
an Sigurt vornehmen.
Sigurt ist der Meinung, der König selber habe Thoralf töten lassen und wolle
nun sie töten. Der Eisenprobe, die der Bischof machen soll, traut er
nicht. Und so stechen er und seine Leute noch in der Nacht in die See und
fahren zurück auf die Färöer.
(46) Nachdem die Färöer abgereist waren, halten die meisten Leute sie für die Mörder.
(47) Im Frühjahr bringt der König die Sache mit den Färöern, von
denen er nach wie vor keine Steuern bekommen hatte, und auf denen seine Leute
verschwunden waren, vor einen seiner Haustings. Er will Männer dorthin
schicken, aber alle, die er dafür anspricht, lehnen entschuldigend ab.
Schließlich erklärt sich einer namens Karl vom Möre dazu bereit.
(48) Karl von Möre war ein großer Wikinger und ein schlimmer
Räuber. König Olaf hatte öfter schon Leute nach ihm ausgeschickt, um ihn zu
töten, aber ohne Erfolg. Nun rüstete er ihm ein Schiff aus.
Als Karl von Möre auf den Färöern ankommt, wird in Torshavn ein Ting
einberufen. Trond erklärt sich dort bereit, für den König die Abgaben auf
Eysturoy und den Nordinseln einzutreiben. Den Winter verbringt Karl bei Leif
Össurson.
Im Frühjahr wird Trond sehr krank. Dennoch geht er zum Ting nach Torshavn.
(49) Leif und Karl kommen, um die Abgaben der Nordinseln abzuholen. Sie sind jedoch über die Menge und die Qualität des Geldes nicht zufrieden und mäkeln so daran herum, daß beinahe ein Streit entbrennt. Ein Fremder droht Möre Karl mit seinem Speer.
(50) Kurz darauf kommen Männer angelaufen, die Leif zu Gille
Lagmands Zelt holen, weil Sigurt Thorlakson dort durch eine Zeltöffnung
gelaufen kam und einen von Gilles Männern tödlich verletzt habe. Karl bleibt
mit seinen Männern im Zelt von Trond, wo er sofort von Gaut und Thord
erschlagen wird.
Sigurt, Gaut und Thord werden wegen ihrer Untaten des Landes verwiesen. Die
Männer Karls kehren zurück zum König. Die Unstämde verhindern aber, daß sein
Tod gerächt werden kann.
(51) Trond gibt den dreien ein Schiff, welches aber nicht für lange
Reisen geeignet ist und einige Waren. Bald nachdem sie aber auf dem Meer
waren, erhob sich ein großer Sturm, und es ist unklar, was mit dem Schiff
geschehen ist. Im Herbst findet man Wrachteile auf der Insel Eysturoy.
Als der Winter vorüber ist, schickt Trond Boten zu Leif und Gille und schlägt
ihnen vor, künftig Waffen auf dem Ting zu verbieten, damit sich ein Vorfall
wie bei letzten mal nicht wiederholen kann. Gille mißtraut Trond aber, und so
beschließen sie, daß es nur recht ist, wenn sie als Gefolgsleute des Königs
Waffen tragen, und sonst keiner.
Im Frühjahr auf dem Ting erscheinen plötzlich Gaut, Sigurt und Tord in voller
Bewaffnung und ca. 30 Männern. Leif und Gille können es nicht alleine mit
ihnen aufnehmen. Sie müssen Trond über sie entscheiden lassen. Und Trond
entschidet so: Seine Verwandten dürfen wieder auf den Färöern
leben. Bußgelder werden von keiner Seite bezahlt. Die Inseln werden wie folgt
aufgeteilt: Ein Drittel bekommt Trond selber, ein Drittel Leif und ein
Drittel Sigmunds Söhne. Außerdem bietet er Leif an, seinen Sohne Sigmund
aufzuziehen. Dies will Leif aber mit seiner Frau Thora absprechen.
Thora ist dafür, denn sie meint, daß Trond mehr zu bieten habe als die
meisten. So wucht Leifs und Thoras Sohn Sigmund, welcher damals drei war bei
Trond in Göte auf.
(52) Sigurt, Gaut und Tord ziehen nach Suduroy, wo ein reicher alter
Mann namens Thorhal wohnte, der mit einer jüngeren und ansehnlichen Frau
namens Birna verheiratet war. Fast jeder schuldete ihm Geld. Sigurt bietet
Thorhal an, gegen die Hälfte der ausstehenden Guthaben für ihn Geld
einzutreiben, womit Thorhal einverstanden ist.
In kurzer Zeit sammelt Sigurt nun große Summen ein, so daß er ein reicher
Mann wird. Es wurde gesagt, daß Sigurt Birna verführte. Im Frühjahr schlug
Sigurt Thorhal vor, gemeinsamen Haushalt zu machen. Thorhal ist dagegen, aber
seine Frau mischt sich ein, und so stimmt er schließlich zu. Sigurt und seine
Frau bestimmen nun über alles.
(53) Im Sommer strandete ein Schiff vor Suduroy. Drei Brüder namens
Hafgrim, Bjarngrim und Hergrim waren Eigentümer des Schiffes. Sigurt, Thord
und Gaut nehmen sie auf.
Thorhal und Bjarngrim bekommen Streit und nur das Eingreifen Sigurts
verhindert, daß Thorhal erschlagen wird. So vergeht der Winter.
Im Frühjahr geben Sigurt und Thorhal den Brüdern ein Schiff. Kurz nachdem sie
abgefahren sind, findet Sigurt Thorhal ermordet in seinem Bett. Sigurt, Tord
und Gaut rächen Thorhal, indem sie alle drei Brüder erschlagen. Danach
heiratet Sigurt Birna und übernimmt den Hof.
(54) Auf Suduroy lebte ein reicher Mann namens Thorvald. Er hatte
eine Frau namens Thorbera. Gaut bietet ihm an, für ihn Schulden
einzutreiben. Ihr Abkommen war ähnlich dem zwischen Sigurt und Thorhal. Schon
bald sagte man, daß Gaut Thorbera verführe. Doch trieb er viel Geld ein.
Eines Tages verlangt Thorvald Geld von einem Fischer, der jedoch ärgerlich
wird und Thorvald im Dunkel der Stube ersticht. Gaut tötet ihn dafür
sofort. Danach übernimmt Gaut den Hof und heiratet die Witwe.
(55) Es gab einen Mann namens Leif, den Sohne Thorer Beinersons. Er machte Handelsreisen zwischen Norwegen und den Färöern und wohnte wechselweise bei Leif Össurson und bei Thuride Hauptwitwe. Einen Winter verbringt er bei Sigurt Thorlakson.
(56) Im darauffolgenden Jahr will Sigurt Schulden von einem Nachbarn
namens Björn eintreiben. Er bittet, Leif mitzukommen, weil Björn ein
schwieriger Mensch sei. Björn wird handgreiflich und erschlägt Leif noch
bevor Sigurt seinerseits Björn erschlagen kann. Da es abermals keine anderen
Zeugen gibt, machen wieder böse Gerüchte die Runde.
Thuride Hauptwitwe und ihre Tochter werfen Leif Össurson vor, niemals Rache
zu suchen. Sie waren überzeugt davon, daß Sigurt Leif Thorerson getötet
hat. Doch eines Tages erscheint Thuride ihr Mann Sigmund im Traum. Dieser
sagt ihr, daß es so ist, wie sie glaubt, und daß Leif Össurson ihre Schmach
rächen wird. Ab da sind Thuride und Thora wieder freundlicher zu Leif
Össurson.
(57) Ein Schiff kam zu den Färöern. Sein Führer hieß Arnljot und war der Vater von Bjarngrim. Er wollte seine Söhne rächen. Als Sigurt, Gaut und Tord auf einer kleinen Insel waren, griff Arnljot sie an, doch sie machten es genauso wie Sigmund seinerzeit (s. (36)) und bemächtigten sich Arnljots Schiff. Dann holen sie Hilfe und überwältigen alle Männer. Sigurt läßt sie wieder nach Norwegen ziehen.
(58) Nun will Sigurt seinen Bruder Tord verheiraten, und zwar mit
Thuride Hauptwitwe (der Witwe von Sigmund Brestersson). Tord will eine
Werbund nicht versuchen, aber läßt Sigurt gewähren.
Thora und Thuride gedenken, zum Schein auf die Werbung einzugehen, um
letztendlich ihre Schmach rächen zu können. Ein Problem ist aber, daß
Thurides und Leifs Sohn bei Trond lebte, und es sein Tod sein würde, wenn
etwas zwischen Leif und Sigurt vorfallen würde. Deshalb beschließen alle,
nach Eysturoy zu ziehen, um ihn nach Hause zu holen.
(59) In Eysturoy kommen alle ziemlich naß an, da der Wind Wellen übers Boot geschlagen hat. Trond nimmt sie freundlich auf. Thurides Sohn Sigmund war damals 9 Jahre alte. Thuride fragt ihn, was er alles gelernt hat. Der Junge antwortete, daß er gelernt habe, Klage vor Gericht durchzuführen usw., und das Vaterunser und das Credo. Das Vaterunser ist auch einigermaßen annehmbar, das Credo jedoch lautet wir folgt:
"Alleine geh ich nicht hinaus,Als Begründung bringt Trond hervor, daß er sein eigenes Glaubensbekenntnis habe.
vier folgen mir,
fünf Engel Gottes.
Für mich bete ich Gebete,
Bete für Christus,
sieben Psalme singe ich,
Gott mach für mich sorgen."
(60) Sigurt und Tord fahren nun nach Skuvoy, um um Thuride zu
werben. Tord hat ein sonderbares Gefühl, und so besteigt Sigurt alleine die
Insel. Dort überlebt er den ersten Anschlag auf sein Leben und tötet
Hjere. Leif kann ihm eine Wunde beibringen, aber Sigurt gelingt die Flucht
auf das Schiff. Als das Schiff in Streymoy anlegt, stirbt er bald.
Leif greift die anderen 12 Männer mit dreißig Leuten an. Am Ende werden Gaut
und Tord erschlagen, aber ebenso Brand Sigmundson und viele andere auf der
Seite von Leif. Steingrim wurde so verletzt, daß er sein Leben lang
hinkte.
(61) Durch diese Taten wurde Leif berühmt. Trond aber starb an dem Kummer, welches dies alles ihm bereitete. Leif herrscht nun alleine über die Färöer. Sigmunds Söhne hießen Einar und Skegge. Steingrim der Lahme wohnte auf Skuvoy und galt als tüchtiger Bauer.
| Homepage Färöer(Titelseite) | by Michael Becker, 4/1998. Letzte Änderung: 12/1998. |