Homepage     Färöer(Titelseite)     Inselbeschreibungen(Index)

Eysturoy

Nordküste von Eysturoy

Eysturoy ist mit einer Fläche von 286km2 und einer Einwohnerschaft von ca. 10000 Menschen die zweitgrößte der färingischen Inseln. Von Streymoy aus erreicht man Eysturoy entweder über die Sundbrücke oder mit der Fähre von Torshavn nach Toftir und Strendur. Eysturoy zeichnet sich besonders durch seine tief von Fjorden zerschnittene Küste aus.

Da es auf Eysturoy eine Unzahl kleinerer Städte und Dörfer gibt, hat es keinen Sinn, auch nur annähernd alle aufzuzählen. Ich mußte eine starke Auswahl treffen. Dabei werde ich eher auf den touristisch interessanten Norden der Insel eingehen. Den wirtschaftlich weit bedeutenderen Süden werde ich nur kurz streifen. Ich selber war allerdings nur einen Tag auf Eysturoy.



Eiði

Eiði war lange Zeit ein Zentrum der Fischerei und des Handwerks auf den Färöern. Um 1880 war es die größte Ansiedlung auf den Inseln. Dann allerdings fingen englische Trawler an, in der See um die Färöer herum zu fischen und die Fischerei in Eiði stagnierte.

Heute hat Eiði ca. 625 Einwohner und wächst. In der Nähe gibt es einige gut zum Angeln geeignete Seen. Im Norden von Eiði liegt der Berg Eiðiskollur, hinter dem die beiden Felsnadeln Risin und Kellingin liegen.

Eiði


Gjogv

Dies ist die nördlichste Ortschaft auf Eysturoy. Der Name bedeutet "Schlucht", denn der Zugang zu Meer besteht an dieser Stelle aus einer schmalen Schlucht. Der Ort hat eine Bevölkerung von ca. 60 Leuten. Es gibt hier eine nette Jugendherberge.

In der Nähe gibt es einige gut zugängliche Klippen, auf denen Papageientaucher brüten. Zwischen Eiði und Gjogv liegt auch der höchste Berg der Färöer, der 882m hohe Slættaratindur. Eine Besteigung ist glaube ich möglich, aber wegen dem steilen und bröckeligen Gestein nicht empfehlenswert.


Funningur, Funningsfjørður und Elduvik

Diese drei Orte mit einer Gesamtbevölkerung von ca. 100 Leuten liegen an dem tief ins Landesinnere geschnittenen Fjord Funningsfjørður. Der Sage nach gründete Grimur Kamban, der erste Siedler auf den Färöern, den Ort Funningur ca. 825.

Das Dorf Funningur


Oyndarfjørður

Diese im gleichnamigen Fjord gelegene Ortschaft hat ca. 160 Einwohner. Es gibt dort eine Jugendherberge, und als kleine Besonderheit noch einen sich bewegenden Felsblock, den Rinkusteinar: Ca. 3m vor der Küste liegt im Wasser ein ziemlich großer Block, der sich mit jeder noch so seichten Welle einmal hin und her bewegt. Die Bewegung ist so schwach, daß man sie mit bloßem Auge kaum erkennen kann. Deshalb ist vom Stein ein Seil zur Küste gespannt worden, welches sich mit jeder Welle um einige Zentimeter senkt und wieder hebt. Der Sage nach handelt es sich um zwei Piratenschiffe, die durch Zauberei in Felsblöcke verwandelt wurden.

Früher war Oyndarfjørður die Hauptsiedlung der Ostküste von Eysturoy. Es gibt dort noch eine schöne Holzkirche von 1841 und einen alten Kaufmannshof, der als Museum eingerichtet ist. Dieser hat aber keine festen Öffnungszeiten, sondern man muß in der Jugendherberge oder woanders nachfragen.

Oberhalb von Oyndarfjørður liegt eine Stelle, an der eine Magd einigen Dämonen Kuhmilch gespendet hat. Aus Dank haben sie dort eine Quelle erschaffen. Etwas weiter liegen einige zu Stein erstarrte Trolle.


Fuglafjørður

Dieser ca. 1500 Einwohner große Ort, der fünftgrößte auf den Föröern, hat einen der besten Häfen auf den Färöern. Dort befindet sich auch die Touristeninformation für die Insel Eysturoy, und eine neue, erst 1984 errichtete Kirche mit einem separaten Turm.

Abgesehen davon gibt es hier eine heiße Quelle. Diese hat heutzutage allerdings nur noch eine Temperatur von ca. 16C.


Leirvik

Von diesem Ort, in dem ca. 750 Menschen leben, fährt die Fähre nach Klaksvik.


Die Ortschaften am Skalafjørður

Der Skalafjørður ist ein langer und schmaler Fjord im Süden von Eysturoy. Er wurde im zweiten Weltkrieg von den Briten als Quartier für ihre Kriegsschiffe benutzt, denn sein Eingang ist so eng und flach, daß keine U-Boote dort hinein können.

Am Eingang des Fjordes liegt die Gemeinde Runavik, die mit ca. 2300 Einwohnern die drittgrößte auf den Färöern ist. Sie umfaßt die Dörfer Skipanes, Søldarfjørður, Lambareiði, Lambi, Glyvar, Saltangara, Runavik, Rituvik und Æðuvik. Auf der anderen Seite des Fjordes liegt die Gemeinde, die aus den Dörfern Saltnes, Toftir und Nes besteht. Vor Lambi soll 1707 die "Norske Løve" der dänischen Ostindien Kompanie mit Gold an Bord gesunken sein. In Skipanes soll Trond von Göte, der in der Färinger-Saga eine wichtige Rolle spielt, mit seinem Schiff angelegt haben.

Etwas weiter im Fjordinneren liegen die Dörfer Skalafjørður und Skali mit einer Einwohnerschaft von insgesamt ca. 620 Leuten. In Skali soll im Mittelalter ein tyrannischer Bauer namens Ormar gelebt haben. Heute liegt dort die größte Schiffswerft der Färöer, Skala Skipasmiðjan.

Weiter im Süden liegen noch Strendur, Innan Glyvur, Kolbanargjogv, Morskranes und Selatrað mit einer Gesamtbevölkerung von ca. 950 Menschen. An der tiefsten Stelle des Fjords liegt noch die kleine Ortschaft Skalabotnur.


Homepage     Färöer(Titelseite)     Inselbeschreibungen(Index) by Michael Becker, 4/1998. Letzte Änderung: 12/1998.