(Diese Datei richtet sich im wesentlichen nach [Bäh], aber auch nach [Glu]. Die beiden in diesen Büchern angegebenen Verbreitungsgebiete unterschieden sich an einigen Stellen.)
Die Elster kommt in weiten Teilen der gemäßigten Nordhemisphäre vor.
Genauer gehört zu ihrem Verbreitungsgebiet fast ganz Europa (Island nicht mehr) und Teile der nordafrikanischen Küstengebiete (Marokko, Algerien, Tunesien). Sie kommt in Skandinavien bis ans Nordkap vor. Ihr Areal erstreckt sich dann weiter nach Osten und Süden (Nordgrenze ca. 65°N, im Süden einschließlich Türkei und Teilen des Irans bis fast an die Küste des Persischen Golfs).
Geht man noch weiter nach Osten, so weicht die Nordgrenze ihres Verbreitungsgebietes nach Süden aus, bis sie bei ca. 50°N das Japanische Meer trifft. Nach Süden hin kommt die Elster bis nach Nordvietnam vor. Die Mongolei scheint nicht von Elstern bevölkert zu sein. Aus Ostchina liegen keine gesicherten Angaben vor.
Eine isolierte Population befindet sich auf der Kamtschatka-Halbinsel. Außerdem befindet sich auf Nordwest-Kiuschu (einer japanischen Insel) eine kleine Population, die dort als Naturdenkmal geschützt wird.
In Nordamerika ist Alaska und die westliche Hälfte des Kontinents bis ca. Kalifornien, und Kalifornien besiedelt.
In ihrem Verbreitungsgebiet bewohnt die Elster grob gesagt Ebenen und Gebirge bis 4000m (im Tibet).
Bei den Unterarten handelt es sich um geographische Formen (also Formen, die sich vermutlich durch räumliche Trennung ausgebildet haben. Die Unterscheidung erfolgt nach Größe und Gewicht, nach Größe und Zeichnung der Flügelfedern, der Färbung der Unterrückenzone, einigen Skelett-Elementen und nicht zuletzt der Pigmentierung der Schwanzfedern, welche zwischen blau, violett, kupfern, messing, purpurn und grün schwanken kann.
Insgesamt sind die dunkelsten Rassen im Süden verbreitet, die hellsten im Nordosten Eurasiens (dies gilt vor allem für die Färbung des Unterrückens) Die südlichen Rassen sind im allgemeinen größer und haben kürzere Schwanzfedern als die nordöstlichen. (Dies ist anders als bei den meisten anderen Tierarten.)
Eine Sonderrolle innerhalb der Art spielt die ausschließlich in Kalifornien vorkommende "Gelbschnabelige Elster" Pica pica ssp. nuttallii (Audubon), die sich durch ihren gelben Schnabel und ihre geringe Größe von allen anderen Elster-Rassen unterscheidet. Manchmal wird ihr auch der Status einer eigenen Art eingeräumt. Die Aufspaltung der Art in eine gelb- und eine schwarzschnabelige Form liegt vermutlich viel weiter in der Vergangenheit als die Ausdifferenzierung der schwarzschnabeligen Rassen.
Über die Entstehung der einzelnen schwarzschnabeligen Rassen ist nichts Sicheres bekannt. Sicher scheint nur, daß P.p. ssp. hudsonia (Sabine), die schwarzschnabelige nordamerikanische Rasse, während der letzten Vereisung von Asien nach Nordamerika eingewandert ist. Es gibt allerdings auch Ornithologen, die die Meinung vertreten, daß P.p. hudsonia nicht mit den eurasischen Rassen verwandt ist. Neuere genetische Untersuchungen scheinen zu bestätigen, daß P.p. hudsonia näher mit P.p. nuttallii verwandt ist, als mit den eurasischen Unterarten.
Folgende Karte zeigt die Verbreitung der 17 Unterarten. Da sich selbst die Verbreitungskarten für die Art Pica pica erheblich unterschieden, habe ich mir nicht die Mühe gemacht, allzu genau zu zeichnen. Vermutlich sind die Verbreitungsgebiete für die Unterarten noch viel schlechter bekannt als die für die Art.
In den Grenzgebieten kommt es zu weitläufigen Mischpopulationen.

Ungefähre Verbreitungsgebiete der Unterarten von Pica pica.
Die Bedeutung der Farben ist dabei wie folgt:
| P.p. asirensis | P.p. bactriana | P.p. bottanensis | P.p. fennorum | P.p. galliae |
| P.p. germanica | P.p. hemileucoptera | P.p. hudsonia | P.p. jankowskii | P.p. japonica |
| P.p. kamtschatica | P.p. leucoptera | P.p. mauritanica | P.p. melanotos | P.p. nuttallii |
| P.p. pica | P.p. sericea |
Kennzeichen: Rücken schwarz, Armschwingen dunkelblau, die
Spitzen der innersten Federn grünlich.
Verbreitung: Asirgebirge, Südarabien.
Sonstiges: In anderer Literatur gehörte Südarabien
deutlich sichtbar nicht mehr zum Verbreitungsgebiet der Elster.
Kennzeichen: Heller als die Nominatform, mit schmalerem
Flügelsaum, stärkerem grünlichen Schiller auf den inneren Armschwingen. Mit
großen Flügeldecken. Schwanz bronzefarben, nicht blau schillernd.
Verbreitung: Mittlere bis östliche ehemalige SSR,
Stromgebiete von Wolga und Don, Ostukraine, Ufer des Asowschen Meeres
östlich bis Astrachan, Nordkaukasus, Transkaukasien, Transkaspien,
Westturkestan, mittlere Kirgisensteppe, Semipalatinsk, Afghanistan,
Belutschistan.
Kennzeichen: Größte Elster mit relativ kürzestem
Schwanz. Unterrücken schwarz.
Verbreitung: Bhutan, Sikkim und die benachbarten Gebiete
Osttibets.
Kennzeichen: Langflügeliger als die Nominatform (Flügellänge bei
Männchen 190-221mm). Bürzel hellgrau, heller als bei der Nominatform.
Verbreitung: Nordost-Skandinavien, Finnland, nördliche
europäische Teile der ehemaligen SSR.
Kennzeichen: Flügelsaum an den Handschwingen breiter,
Unterrücken dunkler als bei P.p.germanica und den skandinavischen
Elstern.
Verbreitung: Frankreich, Belgien, Rheinland, Pfalz,
Schweiz (dort teilweise seit 1915 ausgerottet).
Kennzeichen: Kleiner und kurzflügeliger als die
Nominatform.
Verbreitung: Thüringen bis Unterlausitz.
Sonstiges: Die Stellung dieser Unterart ist
umstritten. Die meisten Ornithologen rechnen sie zur Nominatform.
Kennzeichen: Größer als P.p. bactriana und die
Armschwingen grüner. Schwanz gelblich und grünlich schillernd. Erste
Handschwinge ohne schwarzen Endfleck.
Verbreitung: Mittelsibirien: Altai, Sajangebirge,
Nordwestmongolei, Ostturkestan, Sowjetisch-Turkestan, westlicher Tjan-Schan,
Talas Alatau, Altaigebirge.
Kennzeichen: Ähnlich den europäischen Formen. Armschwingen
und mittlere und große Flügeldecken stahlblau, grünlich schimmernd.
Verbreitung: Alaska, westliche Hälfte des mittleren Teils
von Nordamerika.
Kennzeichen: Das Blau der Armschwingen reiner und weniger
violettstichig als bei P.p. sericea. Schwanz grün mit bläulich irisierenden
Tönen.
Verbreitung: Südussurien, Sidemi, östliche
Mandschurei.

Pica pica japonica
Kennzeichen: Armschwingen und Flügeldecken mit
violettblauem Schiller. Schnabel kurz und dick. (Gut auf dem Bild rechts zu
erkennen.
Verbreitung: Kiushu, nördlich der Ariakibucht (Japan).
Kennzeichen: Hellste und grünschillerndste Rasse. Die
Handschwingen sind auf der gesamten Innenfahne weiß. Auf der ersten
Armschwinge befindet sich ein ausgedehnter weißer Fleck. Armschwingen und
Schwanz sind grünschillernd.
Verbreitung: Anadyrgebiet, Kamtschatka.
Kennzeichen: Größer als P.p. hemileucoptera, noch mehr
Weiß in den Schwingen. Unterrücken weiß.
Verbreitung: Südlich des Baikalsees, Nordostmongolei,
Nordwestmandschurei.
Kennzeichen: Dies ist die kleinste und dunkelste
Elsternrasse (Flügellänge bei Männchen 152-172mm). Die Flügel schillern dunkel
grün und purpurn. Der Bürzel ist immer schwarz. Hinter den Augen befindet
sich ein gut sichtbarer nackter kobaltblauer Hautfleck.
Verbreitung: Nordwestakrika (Marokko, Algerien,
Tunesien).
Kennzeichen: Unterrücken schwarz mit gelegentlich angedeutetem
Bürzelband. Schwanz gelblichgrün schillernd. Flügellänge bei Männchen
181-197mm.
Verbreitung: Iberische Halbinsel.
Kennzeichen: Gelbschnäblig. Kleiner als P.p. hudsonia.
Verbreitung: Kalifornien.
Verbreitung: Südschweden, Dänemark, England, Polen, westliche europäische Teile der ehemaligen SSR, Balkan. Letzter Nachweis in Irland im 17.Jh..
Kennzeichen: Kurzschwänziger als die Nominatform und mit
mehr violett-purpurn schillernden Flügeln und Schwanz. Unterrücken grau,
nicht weiß.
Verbreitung: Amurgebiet und Ussuriland, Korea, Ostchina,
Alan-schan, nördliches Ningsia und Kansu, Annam, Taiwan, Hainan.
Der Schwerpunkt der Verbreitung der Elstern liegt in halboffenen Landschaften mit kurzgrasigen Wiesen, Hecken, Dorngebüschen, Galeriewäldern usw.. Große Wälder werden ebenso gemieden wie weite offene Landschaften. Offene Felder werden nicht nur nicht besiedelt, sondern normalerweise auch nicht überflogen. Außerdem meidet sie Sandböden, steile Hänge, felsige Gegenden.
Die Elster kommt sowohl auf den Ebenen wie im Gebirge vor. Im Himalaya kommt sie noch bis in 4000m Höhe vor. P.p. bottanensis geht bei der Nahrungssuche bis auf über 5500m (diese Höhe wird unter den Rabenvögeln ansonsten nur noch durch den Kolkraben (Corvus corax) und die Alpendohle (Pyrrhocorax graculus) erreicht.
Insbesondere folgt die Elster dem Ackerbau, der für sie geeignete Landschaften erschaffen hat. Die Flurbereinigung in Deutschland nach dem 2. Weltkrieg hat allerdings dazu geführt, daß ländliche Gebiete der Elster immer weniger zusagten. Auf den weitläufigen Agrarlandschaften ist sie in Konkurrenz mit der Aaskrähe unterlegen. Deshalb liegt das Hauptverbreitungsgebiet der Elstern heutzutage in Deutschland in Ortschaften oder an größeren Straßen, jedenfalls in unmittelbarer Nähe des Menschen. (Insbesondere in Vierteln mit Einfamilienhäusern mit Garten.) Früher war sie dagegen ein Charaktervogel der Feldfluren. In Stadtzentren ohne Grün fehlt sie dagegen nach wie vor völlig.
Ein weiterer Standortfaktor für Elstern sind Krähenschwärme und Habichte. Der Habicht ist der Hauptjäger von Elstern. Elstern versuchen, von seinem Horst einen Abstand von mehr als 1km einzuhalten.